Finale gegen Agassi
Roger Federer schockt Hewitt

Der 20-jährige Schweizer Roger Federer sorgte bei den Nasdaq-100 Open in Key Biscayne für einen gewaltigen Paukenschlag. Federer, die Nummer 12 der Setzliste, bezwang im Halbfinale des mit 2,95 Millionen Dollar dotierten Turniers überraschend den topgesetzten Australier Lleyton Hewitt mit 6:3, 6:4 und trifft nun im Finale auf den Amerikaner Andre Agassi.

dpa KEY BISCAYNE. 88 Minuten lang dauerte das Spektakel, nach dessen Ende ein überglücklicher Federer selbstzufrieden Fazit zog: "Ich habe noch nie eine Nummer 1 geschlagen, das ist wirklich ein spezieller Moment für mich."

Der Siegeszug des in Basel geborenen Federer ist imponierend. Ohne Satzverlust zog er nun in Key Biscayne in sein erstes Masters-Finale ein. Nicht einmal ein einziges Aufschlagsspiel musste er bisher abgeben. "Dieses Jahr kann er den ganz großen Durchbruch schaffen", so Hewitt nach dem Match anerkennend, "ob es für die Top 4 oder 5 reicht, dies ist eine andere Frage."

Für Schlagzeilen hatte der 1,85 Meter große Federer erstmals im vergangenen Jahr in Wimbledon gesorgt, als er Pete Sampras die erste Niederlage auf dem "heiligen Rasen" nach 31 Siegen hintereinander beibrachte. Nun schockte er Hewitt, der auf amerikanischen Hartplätzen 22mal infolge siegreich geblieben war.

Agassi profitierte bei seinem Halbfinalsieg im Duell zweier ehemaliger Weltranglistenersten vom Verletzungspech seines Kontrahenten Marcelo Rios. Der Chilene hatte nach einer Stunde den ersten Satz mit 9:7 im Tiebreak für sich entschieden und hielt trotz schlimmer werdender Kniebeschwerden auch in Durchgang zwei lange gut mit. Als Agassi nach weiteren 54 Minuten seine Breakchance zum 6:4- Satzausgleich nützte, reichte Rios dem verdutzten Agassi die Hand zur Aufgabe. "Wenn ich nicht verletzt gewesen wäre", meinte der deprimierte Rios später, "hätte er mich nie schlagen können. Ich spielte viel besser als er."

Agassi ließ erstaunlich viele Möglichkeiten ungenützt verstreichen. Der Vorjahressieger von Key Biscayne erarbeitete sich insgesamt 17 Breakchancen, von denen er lediglich zwei verwerten konnte. Der angeschlagene Rios schien bei diesen Big Points fast immer die richtige Antwort zu haben. Zunehmend spielte deswegen beim Amerikaner der Kopf verrückt: "Ich war schon so weit, dass ich fast zu mir guter Schlag gesagt habe, ehe er überhaupt den Ball getroffen hatte." Der Sieg war der 699. in der Karriere des Mannes aus der Spielerstadt Las Vegas. Viermal hat Andre Agassi bereits diesen Frühjahrsklassiker auf der Halbinsel vor Miami gewonnen, so oft wie kein anderer. Bereits zum sieben Male steht er hier im Finale.

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