Finale im US-Vorwahlkampf
Clinton lässt Freund und Feind zappeln

Nur noch 47 Stimmen trennen Barack Obama von der Präsidentschaftskandidatur. Trotzdem gibt Gegenspielerin Hillary Clinton vor den letzten Primaries nicht auf. Selbst ihre Berater wissen nicht, was die frühere First Lady plant. Gerüchte besagen, sie feile bereits an ihrer Rücktrittsrede.

WASHINGTON. Sie entlässt die ersten Mitarbeiter ihres Teams, sie hat mindestens 20 Millionen Dollar Schulden, sie plant ihr Finale in New York City - aber sie lässt sich auch einen Tag vor den letzten Vorwahlen der Demokraten nicht in die Karten blicken. Was Hillary Clinton wirklich vorhat, wenn der Primary-Marathon nach den Abstimmungen in Montana und South Dakota an diesem Abend zu Ende ist, bleibt noch immer ein Rätsel.

Überwältigend hatte Clinton am Sonntag erneut eine Vorwahl gewonnen, diesmal in Puerto Rico. 68 Prozent der abgegebenen Stimmen gingen an die frühere First Lady, lediglich 32 Prozent an Barack Obama. Doch die damit eingesammelten 38 Delegierten (17 gingen an Obama) helfen ihr nicht wirklich bei der Aufholjagd gegen ihren Rivalen. Zu groß ist der Abstand, um Obama noch ernsthaft nahe zu kommen.

Also klammert sich die 60-jährige Senatorin an eine andere Idee: "Super-Delegierte können ihre Meinung ändern", sagte sie zu mitreisenden Journalisten auf dem Rückweg von der Karibik zum amerikanischen Festland. Mit anderen Worten: Super-Delegierte, die heute im Obama-Camp sind, könnten später umschwenken. Das stimmt zwar theoretisch, weil die Super-Delegierten nach den Regeln tatsächlich bis zuletzt völlig frei darin sind, für wen sie abstimmen. Aber es ist erstens politisch völlig unrealistisch und würde zweitens rechnerisch einen erdrutschartigen Sinneswandel bei den Super-Delegierten voraussetzen. Doch der ist nach menschlichem Ermessen nicht zu erwarten.

Vielmehr dürfte ab morgen Abend genau das geschehen, was viele Beobachter schon lange prognostizieren: Von den noch rund 200 unentschiedenen Super-Delegierten wird sich eine Vielzahl für einen der beiden Kandidaten aussprechen. Und wenn sich von ihnen lediglich 30 auf Obama festlegen, dann hat der Senator aus Illinois die magische Schallmauer durchbrochen, die ihm die Mehrheit auf dem Parteitag verschafft.

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