Finanz-Dienstleister und Biotechnologie mit hohen Verlusten
Kein Ende des Kursverfalls am Neuen Markt

Der Neue Markt ist am Montag fast ohne Unternehmensnachrichten mehr als fünf Prozent auf Tiefstände gefallen, was Händler mit der großen Angst der Anleger vor weiteren Kursstürzen begründeten. "Ein Ende des Verfalls ist nicht in Sicht", sagte ein Händler.

Reuters FRANKFURT. Es gebe trotz des immer weiter fallenden Kursniveaus kaum Kaufinteresse. "Das neue Motto des Marktes heißt offensichtlich: take your money and run. Wer möchte schon das fallende Messer anfassen?" Institutionelle Investoren verkauften fast ausschließlich.

"Der Neue Markt ist kein richtiger Markt mehr. Die normalen Strukturen und Mechanismen lösen sich auf", sagte ein Börsianer. Angebot und Nachfrage kämen kaum noch zusammen. Es gebe entweder fast nur Käufer oder nur Verkäufer. Deswegen sei der Umsatz auch seit Wochen extrem dünn.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum frühen Nachmittag 5,23 % auf 916 Punkte nach, nachdem er zuvor bei 909 Punkten ein Jahrestief markiert hatte. Der Auswahlindex Nemax 50 rutschte zeitweise um 5,60 % auf ein Rekordtief von 875 Zählern.

Am Freitag hatten beide Indizes bereits rund 1,5 % eingebüßt. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte den Handel 1,05 % leichter bei 1 687 Punkten verlassen. Der Dow Jones hatte 2,39 % auf 9 605 Punkte nachgegeben. Der Nasdaq-Future tendierte am Nachmittag acht Punkte schwächer.

Auf die Stimmung drückten auch die deutlich schwächeren Technologietitel im Deutschen Aktienindex (Dax). Der Softwarekonzern SAP verlor über fünf Prozent auf 122,09 ?. Siemens büßte mehr als vier Prozent auf 46,35 ? ein. Die Deutsche Telekom fiel unter ihren Emissionspreis auf ein Rekordtief von 14,16 ?.

Von den zehn Sektoren des Neuen Marktes ragten die hohen Kursverluste der Finanz-Dienstleister und der Biotechnologieunternehmen heraus. Der Sektorenindex der Finanzbranche büßte bis zum Nachmittag über neun Prozent ein, wobei der über elfprozentige Einbruch bei Bipop Carire den Sektor stark belastete. Auch die beiden deutschen Online-Broker Consors und Direkt Anlage Bank büßten knapp acht Prozent ein.

Im Biotechnologieindex, der mehr als fünf Prozent nachgab, zogen insbesondere die Titel des Nemax 50-Schwergewichts Qiagen den Index nach unten. Qiagen verlor 7,52 % auf 18,68 ?. Auch Evotec Biosystems stürzten um knapp 17 % auf 7,39 ? ab. Die Titel von Morphosys fielen trotz einer verbesserten Analystenempfehlung um mehr als neun Prozent auf 22,01 ?. UBS Warburg hatte die Aktie am Vormittag auf "Hold" von zuvor "Reduce" heraufgestuft.

Insgesamt fielen 43 der 50 Blue Chips am deutschen Wachstumssegment. 14 Titel markierten dabei Jahrestiefstände. Am breiten Markt stürzten 241 der 324 gehandelten Papiere ab.

Nach einem Medienbericht über eine mögliche Fusion der beiden Mobilfunkunternehmen Mobilcom und E-Plus rutschten die im Nemax 50 notierten Mobilcom-Papiere um knapp drei Prozent auf 17,95 ? ab. Beide Unternehmen lehnten auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters eine Stellungnahme zu den Fusionsplänen ab.

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