Finanz- und Versicherungstitel unter Druck
Dax fällt auf 97-er Tief

Belastet von kräftigen Kursverlusten bei den Banken- und Versicherungstiteln hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Dienstag 4,8 Prozent tiefer bei 3515,83 Punkten und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende 1997 geschlossen.

Reuters FRANKFURT/M. Sorgen um weiter steigende Kreditrisiken hätten Händlern zufolge die Banken unter Druck gesetzt, während die Versicherer vor allem von der allgemeinen Schwäche der Kapitalmärkte belastet worden seien. Ins Minus gedreht war der Dax, nachdem die Agentur Reuters unter Berufung auf Finanzkreise berichtet hatte, dass die HypoVereinsbank (HVB) ihre Risikovorsorge voraussichtlich erhöhen werde. Die HVB-Aktie weitete ihre Verluste am Nachmittag aus und schloss elf Prozent im Minus bei 21,90 Euro. "Das war nur der Anlass. Der Markt ist psychologisch so angeschlagen, dass die kleinste Negativnachricht genügt, um Verkäufe auszulösen", sagte Florian Weber, Händler beim Börsenmakler Schnigge.

Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax50 2,2 Prozent auf 518,12 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 3,5 Prozent im Minus bei 3361,17 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um zwei Prozent auf 2450,14 Zähler nach. An der Wall Street tendierte der Dow Jones nach anfänglichen Gewinnen bei Börsenschluss in Deutschland 0,6 Prozent schwächer bei 7741 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 2,6 Prozent auf 1249 Punkte sank.

"Die Leute haben einfach Angst - pure Angst vor weiter fallenden Kursen", sagte ein Marktteilnehmer. "Technische Marken spielen kaum noch eine Rolle, Unterstützungslinien gibt es kaum noch", fügte er hinzu. Technisch orientierte Analysten, die aus der Struktur der Kursverläufe die weitere Entwicklung herzuleiten versuchen, wiesen darauf hin, dass der Abwärtstrend beim Dax weiter intakt sei. Der nächste Widerstand für den Dax auf dem Weg nach oben liege bei 4150 Punkten. Am Morgen hatten positive Signale von den japanischen Aktienmärkten und die Hoffnung auf eine sehr feste Eröffnung der US-Aktienmärkte zunächst zu einer kräftigen Erholung des Dax geführt.

"Banken-Aktien stehen unter Druck, da der Alarmzustand im Zusammenhang mit Risiken bei Unternehmenskrediten immer noch nicht aufgehoben werden kann", sagte Fondsmanager Jürgen Homola von Commerz Asset Management. Angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur und der hohen Anzahl von Unternehmenspleiten ließen sich die Kreditrisiken für die Banken derzeit nur schwer abschätzen, fügte er hinzu. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax verlor 7,5 Prozent. Die Titel der Commerzbank gaben um 8,4 Prozent auf 21,90 Euro nach. Die am Vortag angekündigte Streichung von 900 weiteren Stellen deute nicht gerade auf ein gesundes Geschäft hin, sagte ein Händler.

Die Aktien von MLP brachen gut 20 Prozent auf 20,60 Euro ein. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben von MLP den Finanzdienstleister durchsucht. Zugleich teilte das Unternehmen mit, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young habe in einem vom MLP-Vorstand und-Aufsichtsrat bestellten Gutachten eine korrekte Bilanzierung des Rückversicherungsgeschäftes bestätigt. Die nachgebenden Banken zogen auch die Versicherer in Mitleidenschaft. Die Papiere der Allianz fielen um acht Prozent auf 139,10 Euro. Die im MDax gelisteten Aktien von AMB Generali brachen sogar um 14,6 Prozent auf 79,50 Euro ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%