Finanzchef Panke zum Nachfolger bestellt
Milberg gibt BMW-Chefposten ab

BMW-Chef Joachim Milberg macht mit seinem vorzeitigen Ausscheiden im kommenden Frühjahr den Weg für seinen Wunschnachfolger frei. Der 58-Jährige gebe bei der nächsten Hauptversammlung im Mai auf eigenen Wunsch sein Amt ab, teilte die BMW AG (München) am Dienstag in München mit.

dpa MÜNCHEN. Der Aufsichtsrat habe seinem Wunsch entsprochen, ihn von seinem Amt zu entbinden. Zum Nachfolger wurde von dem Kontrollgremium Finanzvorstand Helmut Panke bestimmt. Milberg will in den Aufsichtsrat wechseln. Zugleich verkündete der BMW-Konzern den Abschied von Vorstand Werner Sämann zum Jahresende.

Milbergs Vertrag wäre eigentlich noch zwei Jahre gelaufen. Bei BMW gibt es eine interne Altersgrenze von 60 Jahren. Dem Vernehmen nach wollte Milberg mit seinem vorzeitigen Abgang auch eine lange Nachfolgedebatte und eine quälende Übergangsperiode vermeiden. Zudem bereite er so den Weg für seinen Wunschnachfolger Panke, der andernfalls im Jahr 2003 eventuell als zu alt für den Sprung an die Spitze gegolten hätte. Auch über gesundheitliche Gründe wurde spekuliert.

Durch Milbergs Rückzug gibt es nun bei einem weiteren der großen deutschen Autokonzerne einen Führungswechsel. Mitte April tritt bei VW Bernd Pischetsrieder die Nachfolge von Ferdinand Piech an. Der BMW-Aktienkurs gab nach Bekanntwerden des Abgangs Milbergs einen Teil seiner Tagesgewinne ab und lag zwischenzeitlich nur noch gut ein Prozent im Plus bei 37 Euro.

Aufsichtsratschef Volker Doppelfeld sagte: "Die persönliche Entscheidung von Professor Milberg fällt in eine Zeit, in der die Neuausrichtung des Konzerns mit Erfolg umgesetzt wird." Für seine außerordentliche Leistung gebühre Milberg Dank. BMW-Aufsichtsrat Werner Neugebauer, IG-Metall-Chef in Bayern, sagte der dpa, er sei von dem Schritt überrascht worden. "Das ist ein Verlust für das Unternehmen."

Milberg war 1999 an die Konzernspitze gerückt, als sein Vorgänger Pischetsrieder über das Rover-Debakel stolperte. Die Berufung des ausgewiesenen Fertigungsexperten Milberg galt damals als Überraschung. Auch Milberg gelang es nicht, Rover zu sanieren. Vor knapp zwei Jahren verkündete er die Trennung von Rover. In der Folge wurde in der ersten Jahreshälfte 2000 über einen Rücktritt Milbergs spekuliert. Milberg hielt sich aber und konnte in der Folgezeit mit Erfolgszahlen aufwarten. In diesem Jahr rechnet der weiß-blaue Konzern mit Rekordwerten bei Absatz, Umsatz und Ergebnis.

Der designierte Nachfolger Panke ist derzeit im Vorstand für die Finanzen verantwortlich. Der 55-Jährige ist seit 1982 bei BMW. 1996 rückte er in den Vorstand auf und war zunächst für den Personalbereich zuständig. Seit März 1999 verantwortet Panke die Finanzen. Vorstand Sämann war früher unter anderem Rover-Chef und war später weiterhin für BMW in Großbritannien zuständig. Er verlässt den Konzern ebenfalls auf eigenen Wunsch zum Jahresende.

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