Finanzdienstleister verbuchen erneut hohe Gewinne
Neuer Markt setzt Aufwärtstrend fort

Nach einigen Tagen in der Seitwärtsbewegung haben die Aktien am Neuen Markt am Dienstag wieder Kurs nach oben genommen. Beide Indizes notieren nun wieder deutlich oberhalb von 1000 Punkten. Vom Tiefststand hat sich der Nemax 50 nun schon knapp 60 Prozent entfernt.

HB FRANKFURT/M. Wer nach dem tiefen Absturz der Kurse bis in die zweite Septemberhälfte hinein eine derart rasante Erholung vorausgesagt hätte, wäre als grenzenloser Optimist verspottet worden, der aus seinen Erfahrungen nichts gelernt hat. Doch was nun? Welche Schlüsse kann der Anleger aus der aktuellen Situationen ziehen? Sachlich begründen lässt sich der Anstieg zum Teil damit, dass die vorherige Übertreibung nach unten nun korrigiert wurde. Doch das greift zu kurz. Denn der Neue Markt scheint sich einfach nicht den Gesetzen der etablierten Segmente beugen zu wollen. Er zeigt sich temperamentvoller, egal in welche Richtung sich die Kurse bewegen. Dahinter verbergen sich natürlich die Verhaltensweisen der Anleger, die größere Risiken akzeptieren, um auf größere Chancen nicht zu verzichten. Doch ganz sollte die Vorsicht auch im Aufwärtstrend nicht beiseite geschoben werden, denn wer die Börse für eine Einbahnstraße hält, ist am Ende immer in eine Sackgasse gesteuert. Vorerst scheint die Richtung jedoch vorgegeben zu sein. Die Entscheidung, sich am Ende der Seitwärtsbewegung nach oben oder unten zu orientieren, ist zwar noch nicht gefallen.

Die letzte Börsensitzung gibt jedoch einen Hinweis darauf, wohin die Reise wahrscheinlich erst einmal geht. Die Indizes konnten sich zwar nicht auf ihren Tageshöchstkursen halten, notierten am Abend jedoch deutlich im Plus. So hat der Nemax 3,6 % auf 1035 Zähler zugelegt und sich damit wieder deutlich im vierstelligen Bereich etabliert, der Nemax 50 hat 4,5 % auf 1072 Punkte gewonnen.

Mit zum erneuten Aufschwung beigetragen haben die Direktbanken. Immer neue Gerüchte treiben die Kurse. Nachdem kürzlich über eine Fusion von Consors und Comdirect spekuliert wurde, war die Kombination Comdirect und DAB an der Reihe. Die Institute dementierten zwar, betonten gleichzeitig, dass jeder mit jedem spricht und erfreuten sich an der Kursentwicklung: Comdirect legten 22 % auf 10,85 Euro zu, Direkt Anlage Bank um 10,5 % auf 12,90 Euro und Consors knapp 10 % auf 13 Euro.

Steil aufwärts ging es im Nemax 50 weiter mit Carrier 1. Der Wert hat sich nach dem erneuten Plus von 22 % in den vergangenen beiden Wochen auf 2,31 Euro fast verdreifacht. Zuvor hatte der Wert aber einen steilen Absturz hinter sich, nachdem sich hohe Unternehmensverluste angehäuft hatten.

Positiv aufgenommen wurden am Dienstag die neuesten Umsatzzahlen des Telematik-Anbieters Comroad . Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem Plus von 110 % 27,9 Mill. Euro. Der Aktie verhalf das zu einem Sprung um 24 % auf 9,73 Euro. Für das Gesamtjahr ist ein Umsatz von 95 Mill. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 21 Mill. Euro geplant.

Zu den wenigen Verlierern in Nemax 50 zählten neben einigen Biotech-Aktien Teleplan. Bei GPC (- 9 %), Medigene (- 12,5 %) und Morphosys (- 27 %) dürften nach dem kometenhaften Anstieg in den letzten Tagen Gewinnmitnahmen für das Minus verantwortlich sein. Bei Teleplan wirkt noch immer das Eingeständnis nach, dass das Unternehmen den prognostizierten Umsatz in diesem Jahr nicht erreichen wird. Außerdem haben Trinkaus & Burkhardt sowie Merrill Lynch das Papier auf "reduce" beziehungsweise "neutral" zurückgestuft. Folge war ein Verlust von 4 % auf 15,10 Euro.

Nach oben katapultiert wurde der Kurs von Orad. Das Papier gewann 58 %, nachdem Orad den größten Auftrag der Firmengeschichte gemeldet hatte. Ins Minus gerutscht ist dagegen PSI (-5 %), nachdem die Firma die prognostizierte Wachstumsrate für 2001 fast halbiert hat, und Poet (-13 %) nach der Meldung, dass im letzten Quartal der Verlust bei rückläufigem Umsatz gestiegen ist.

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