Finanzhilfen lägen weitaus höher als bislang bekannt
Berlin förderte Belgrader Opposition mit Millionen

dpa-AFX HAMBURG/MÜNCHEN. Die Bundesregierung hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in den vergangenen Monaten die jugoslawische Opposition mit Millionenbeträgen unterstützt. So habe das Auswärtige Amt von der Opposition regierte Kommunen mit mehr als 16 Mill. DM gefördert. Das Bundespresseamt finanzierte seit Ende letzten Jahres unabhängige und oppositionelle Medien mit rund 4,0 Mill. DM, wie das Magazin am Samstag vorab berichtete. Die Finanzhilfen lägen weitaus höher als bislang bekannt und seien verdeckt gewährt worden, um die Empfänger vor Sanktionen der bisherigen Machthaber in Belgrad zu schützen.

Unterdessen äußerte der serbische Oppositionspolitiker Vuc Draskovic im Nachrichtenmagazin "Focus" die Erwartung, dass der abgewählte Präsident Slobodan Milosevic in Jugoslawien für seine Taten zur Verantwortung gezogen wird.

Der Chef der serbischen Erneuerungsbewegung sagte dem "Focus", wenn Milosevic "keine Macht mehr hat, bin ich sicher, das serbische Volk wird Gerechtigkeit fordern". Milosevic habe vier Kriege angezettelt und dadurch "dieses schöne Land und die serbische Nation zerstört".

Laut "Spiegel" floss die Medienhilfe im wesentlichen über das ZDF, den Bayerischen Rundfunk und die Deutsche Welle. Rundfunk- und Fernsehsender erhielten demnach technische Ausstattung, Zeitungen große Mengen Papier und Druckmaschinen. Zudem seien jugoslawische Journalisten zur Ausbildung nach Deutschland eingeladen worden. Der Kölner Auslandssender Deutsche Welle habe außerdem sein Programm in den Landessprachen Jugoslawiens im vergangenen Jahr für 10,0 Mill. DM erweitert.

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