Finanzielle Anreize für "fähige Leute"
Verdi-Chef Bsirske soll 30 000 DM pro Monat verdienen

Der Chef der weltgrößten Einzelgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, soll künftig 30 000 Mark brutto pro Monat verdienen. Dies geht aus einer Vorlage für den Verdi-Gewerkschaftsrat über die künftige Gehaltsstruktur für Spitzenfunktionäre hervor, bestätigte ein Verdi-Sprecher am Dienstag in Berlin. Demnach sollen Bsirskes vier Stellvertreter monatlich 26 250 Mark erhalten. Die Bezüge der 13 Landesvorsitzenden und ihrer Stellvertreter sollen auf 15 000 beziehungsweise 12 750 Mark festgesetzt werden.

afp BERLIN. Der ehrenamtliche Gewerkschaftsrat will den Angaben zufolge am Donnerstag über das Gehaltsgefüge entscheiden. An der Gewerkschaftsbasis wird das Papier kontrovers diskutiert. "Umstritten ist dabei weniger die Höhe der Gehälter als der Zeitpunkt der Diskussion", verlautete aus Kreisen der erst wenige Monate alten Dienstleistungsgewerkschaft.

Verdi-Sprecher Harald Reutter begründete die vorgesehenen Gehaltshöhen mit der Verantwortung, welche die Spitzenfunktionäre für die rund 2,9 Millionen Mitglieder zählende Mega-Gewerkschaft in der Öffentlichkeit trügen. Außerdem sollten "fähigen Leuten" aus den Landesbezirken stärkere finanzielle Anreize für einen Wechsel auf die Bundesebene geboten werden als bei den Vorgängerorganisationen von Verdi. Die neue Dienstleistungsgewerkschaft war im März durch den Zusammenschluss von Postgewerkschaft, ÖTV, HBV, IG Medien und DAG gegründet worden. Reutter räumte ein, dass die geplanten Gehälter innerhalb der Organisation "nicht auf völlig ungeteilte Zustimmung" stießen. Dies liege jedoch angesichts der unterschiedlichen Strukturen der Verdi-Vorgänger "in der Natur der Sache".

Reutter zufolge wurde die neue Gehaltsstruktur von Personalausschuss und Präsidium der Gewerkschaft "nahezu einstimmig" gebilligt. Eine abweichende Meinung vertrat demnach allerdings der frühere IG-Medien-Vorsitzende Detlef Hensche, der beiden Gremien nicht angehört. Hensche habe "eine Empfehlung ausgesprochen, die etwas anders aussah als dieser Vorschlag", sagte Reutter. Auch in Teilen der Gewerkschaftsbasis stoßen die Gehaltspläne auf Kritik. "Wir haben andere Sorgen und müssen uns erst einmal politisch aufstellen", hieß es in Verdi-Kreisen.

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