Finanzielle Probleme
Kirch-Gruppe verschiebt Börsengang

Die hoch verschuldete Kirch-Gruppe verschiebt den Börsengang ihres Kerngeschäfts Kirch-Media. Das teilte die Gruppe am Freitag in München mit.

dpa/afp MÜNCHEN. Die Kirch-Media sollte ursprünglich im Juni durch eine Fusion mit dem bereits gelisteten Pro-Sieben-Sat.1-Konzern an die Börse gebracht werden. Wegen der finanziellen Probleme der Gruppe und des schwachen Börsenumfeldes war in der Branche seit längerem damit gerechnet worden, dass Kirch die Fusion verschiebt. An der Fusion werde aber festgehalten. Ein neuer Termin wurde nicht genannt.

Der vorgesehene Zeitplan werde korrigiert, erklärten Kirch-Media und Pro-Sieben-Sat.1 am Freitag in München. Beide Seiten seien aber "unverändert davon überzeugt, dass die Fusion für beide die strategisch sinnvollste Lösung darstellt". Kirch-Media werde nun "zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen umfassenden Fusionsplan vorlegen". Vor einer Fusion wolle die hoch verschuldete KirchGruppe erst ihre Finanzbasis verbessern, hieß es in einer Pflichtmitteilung an der Frankfurter Börse.

Darunter fällt auch der erwartete Verkauf der 25-prozentigen Beteiligung an dem spanischen Free-TV-Sender Telecinco. Dieser steht nun offenbar unmittelbar bevor. "Die Verhandlungen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium und sollen in Kürze abgeschlossen werden."

"Attraktive Angebote"

Vor der Fusion werde sich das Unternehmen gleichfalls von der rund 40-prozentigen Beteiligung der Kirch GmbH-Beteiligungs am Axel Springer Verlag trennen, erklärte Kirch weiter. Dazu lägen der Kirch-Gruppe "attraktive Angebote von Finanzinvestoren vor". Entsprechende Gespräche würden zur Zeit geführt. Die HypoVereinsbank hatte Kirch angeboten, den Anteil für 1,1 Milliarden Euro zu übernehmen. Später hatten auch weitere Banken Interesse bekundet.

Weitere Voraussetzung für den Zusammenschluss von Kirch-Media und Pro-Sieben-Sat.1 ist den Angaben zufolge "eine stabile Lösung für die Eigentümerstruktur und Finanzierung" des Bezahlsenders Premiere World. Darüber hinaus wären Kirch-Media und Pro-Sieben-Sat.1 überein gekommen, dass die Mehrheitsbeteiligung an der Rennsportserie Formel Eins "nur dann Teil des fusionierten Unternehmens werden soll, wenn zuvor eine zufriedenstellende Lösung mit den Rennsportteams und den involvierten Automobilherstellern gefunden worden ist".

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