Finanzierte Hunzinger Kleiderkauf?
Steuerfahndung hat Scharping im Visier

Die Koblenzer Steuerfahndung hat gegen den entlassenen Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) nach einem Bericht des Magazins "Stern" Vorermittlungen aufgenommen.

Reuters FRANKUFRT. Die Behörde habe Scharpings Steuerakten beim zuständigen Finanzamt St. Goarshausen angefordert, um zu prüfen, ob ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung eingeleitet werden müsse, berichtete das Magazin am Mittwoch vorab. Hintergrund seien die Zahlungen des Lobbyisten und PR-Unternehmers Moritz Hunzinger an Scharping, die auch zur Entlassung des Ministers geführt hatten. Das Finanzamt Koblenz wollte sich mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht zu dem Bericht äußern.

Die Steuerfahndung wolle prüfen, ob Scharping die Zahlungen Hunzingers in Höhe von 140 000 Mark sowie einen Aktien-Spekulationsgewinn von rund 20 000 Mark korrekt versteuert habe, berichtete das Magazin. Außerdem gehe es um die Frage, ob der stellvertretende SPD-Vorsitzende für einen Kleiderkauf in Höhe von knapp 55 000 Mark, den Hunzinger finanziert haben solle, 17 Prozent Schenkungssteuer bezahlt habe.

Scharping habe dem "Stern" versichert, er habe alle Einkünfte "ordnungsgemäß versteuert", berichtete das Magazin weiter. Zu dem Spekulationsgewinn und der Frage der Schenkungssteuer habe er jedoch nicht konkret Stellung genommen. Scharping hatte die Zahlungen von Hunzinger nach eigenen Angaben als Vorschuss für seine Memoiren und als Honorare für Reden erhalten.

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