Finanzierung des Abonnement-Fernsehens
Kirch-Gruppe setzt weiter auf Murdoch

Kirch-Geschäftsführer Hahn sagte, man könne und wolle den Pay-TV-Sender Premiere nicht allein finanzieren. Trotz aller Anstrengungen gibt es bisher nur 2,4 Mill. Abonnenten.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Kirch-Gruppe will ihre Zusammenarbeit mit dem Medienunternehmer Rupert Murdoch beim Pay-TV-Sender Premiere fortsetzen. Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", man könne und wolle das Abonnement-Fernsehen nicht allein finanzieren. Trotz aller Anstrengungen hat es der hoch defizitäre Pay-TV-Kanal bisher nur auf etwa 2,4 Mill. Abonnenten gebracht.

Murdoch ist mit seiner Firma BSkyB zu 22 % an Premiere beteiligt, hat jedoch im Herbst kommenden Jahres eine Verkaufsoption über diesen Anteil. Wenn Murdoch nicht an seinem Engagement bei Premiere festhält, muss Kirch BSkyB nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vom Samstag mit bis zu 3,5 Mrd. DM auszahlen.

Gerüchte, Murdoch wolle die Kirch-Gruppe übernehmen, hält Hahn für falsch. "Es gibt keinen Beleg für einen Übernahmeversuch und keine belegbaren Kontakte mit unseren Banken." Die Geldinstitute hielten fest zur Kirch-Gruppe. Zur genauen Höhe der Schulden wollte er nichts sagen. Die in Veröffentlichungen genannte Untergrenze von 7,7 Mrd. Euro (rund 15 Mrd. DM) sei "deutlich zu hoch".

Hahn warnte vor dem Einstieg des amerikanischen Unternehmers John Malone ins deutsche Kabelnetz. "Malone will in seinen Kabelnetzen direkt Programme an die Endkunden vermarkten", sagte er. Nach Einschätzung Hahns will Malone mit seinem Unternehmen Liberty Media die Kirch-Gruppe aus dem Markt drängen.

Kartellamt hat Bedenken gegen Übernahmepläne

Malone hat mit der Deutschen Telekom den Kauf von sechs regionalen Kabelnetzen für 5,5 Mrd. Euro (10,7 Mrd. DM) vereinbart. Gegen die Übernahmepläne von Liberty hat das Kartellamt jedoch inzwischen Bedenken geäußert. Das Amt will bis zum 28. Februar 2002 über den Antrag von Liberty entscheiden. Malone hat auch Interesse an der Übernahme des 22-Prozent-Anteils von Murdoch an Premiere. Im November hat Malone, der Großaktionär von Murdochs News Corporation ist, dies beim Kartellamt angemeldet.

Wie die "FAZ" weiter berichtete, hat Leo Kirch am Donnerstagabend bei Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Widerstand gegen einen Einstieg von Liberty Media in Deutschland deutlich gemacht. Ein Sprecher der Kirch-Gruppe bestätigte das Treffen, wollte jedoch keine Einzelheiten nennen.

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