Finanzierungslösungen im Rahmen von Public-Private-Partnerships auf dem Vormarsch
Ausländisches Kapital dominiert polnische Bankenlandschaft

Die Bankenlandschaft in Polen hat sich in den vergangenen Jahren schnell entwickelt. Mittlerweile steht deutschen Unternehmen zur Projekt- und Geschäftsfinanzierung ein breites Spektrum an Angeboten zur Verfügung.

WARSCHAU. Die polnischen Tochtergesellschaften ausländischer Banken sind in der Lage, in Kooperation mit ihren Mutterhäusern, alle klassischen Bankprodukte anzubieten, die auch aus Deutschland bekannt sind. Dies schließt eine kurz-, mittel- und langfristige Finanzierung von Direktinvestitionen ein - auch unter Einbindung polnischer Förderprogramme. Beratungsleistungen werden bei Firmenakquisitionen und Privatisierungen angeboten und Handelsgeschäfte können durch umfangreiche Im- und Exportinstrumente unterstützt werden.

Mit ca. 70 % ist der Anteil ausländischen Kapitals in der Bankenwirtschaft recht groß, was von Anfang an eine stabilisierende Wirkung hatte. Jedoch gibt es durch schleppende Gesetzgebungsprozesse immer noch eine Reihe von Bankprodukten, die auf dem polnischen Markt nicht zu finden sind.

Der deutsch-polnische Handel ist wegen seines hohen Volumens für die Tochterunternehmen deutscher Banken in Polen besonders interessant. Mehrheitlich gehört die Außenhandelsfinanzierung sogar zu ihren Kerngeschäften. Doch versuchen inzwischen auch Finanzinstitute ohne deutsche Kapitalanteile mit Finanzierungsprodukten, etwa dem Ankauf von Forderungen auf Diskontbasis aus Verträgen mit polnischen Kontrahenten, daran zu partizipieren. Dies geschieht bislang jedoch ohne größeren Erfolg.

Auch in die Finanzierung ausländischer Unternehmen durch eine Notierung an der Warschauer Börse (GPW) ist Bewegung gekommen. Nicht nur, dass sich der Aktienindex WIG 20 in jüngster Zeit positiv entwickelt. Auch wird seit Mitte Oktober 2003 der erste rein ausländische Emittent notiert. Dabei handelt es sich um die Bank Austria Creditanstalt (BA CA), deren Aktien nunmehr in Warschau, Wien und Frankfurt gehandelt werden.

Der Kurs wird in Warschau in polnischen Zloty und an den anderen beiden Märkten in Euro festgestellt. Wie schnell dieses Debüt Nachahmer findet, wird davon abhängen, welche Erfahrungen die Bank mit der Notierung macht.

Robert Kosowski von der Warschauer Börse ist sich jedenfalls sicher, dass allein schon der EU-Beitritt Polens positive Auswirkungen auf den Kapitalmarkt seines Landes haben wird. "Wir treten einem großem Währungsraum bei, und es erhöht sich unsere Glaubwürdigkeit in den Augen der Investoren. Dadurch erwarten wir umfangreiche Direktinvestitionen und eine Belebung des Handels mit den europäischen Staaten, aber auch eine Wertsteigerung der notierten Gesellschaften sowie eine höhere Preisstabilität der Papiere."

Völlig neue Finanzierungspakete werden künftig bei der Realisierung von Projekten der öffentlichen Hand geschnürt. Da die Kassenlage auf allen Ebenen der Verwaltung prekär ist, schauen sich die Verantwortlichen nach einer Beteiligung privater Investoren im Rahmen von Public-Private-Partnerships (PPP) um.

Zur Festlegung des rechtlichen Rahmens arbeitet derzeit eine Kommission aus Vertretern mehrerer Ressorts und staatlicher Agenturen unter der Ägide des Wirtschaftsministeriums mit Hochdruck an der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs über PPP. Erste Ergebnisse werden für November 2003 und die Annahme des Gesetzes für das 1. Quartal 2004 in Aussicht gestellt.

Gemäß dem Infrastrukturministerium, dem der Verkehrswegebau untersteht, werden als ausländische Vorbilder für die rechtlichen Regelungen das irische, spanische und britische Modell genommen. Projekte dieser Art werden vorrangig die verkehrstechnische Infrastruktur und kommunale sowie staatliche Dienstleistungen betreffen. Baufirmen und Lieferanten von Investitionsgütern müssen mit Banken Konsortien eingehen, um sich erfolgreich für die Finanzierung, Umsetzung und das langfristige Betreiben des Projektes bewerben zu können.

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