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Finanzkonzern UBS bekommt neuen Chef

Nicht einmal ein Jahr lang war Luqman Arnold an der Spitze des Unternehmens. Jetzt muss er gehen - wegen "Meinungsverschiedenheiten". Sein Nachfolger wird Peter Wuffli.

rtr ZÜRICH. Der Schweizer Finanzkonzern UBS hat Peter Wuffli mit sofortiger Wirkung zum neuen Präsidenten der Konzernleitung ernannt. Wie die Bank am Dienstag weiter mitteilte, tritt Wuffli an die Stelle des bisherigen Leiters Luqman Arnold, der dieses Amt nicht mal ein Jahr lang ausübte. Marcel Ospel bleibt Präsident des Verwaltungsrates. Der Wechsel zu Wuffli, der bisher den UBS-Bereich Asset Management leitete, erfolge wegen Meinungsverschiedenheiten, hiess es weiter. An der UBS-Strategie werde sich nichts ändern. Zugleich will UBS die Vermögensverwaltungsaktivitäten stärker bündeln.

Der Wechsel an der Spitze werde keine Änderung der Strategie nach sich ziehen, erklärte Wuffli an einer Telefonkonferenz. "Wir bedauern diese Veränderungen. Wir bedauern, dass wir sie machen mussten. Aber ab einem gewissen Punkt muss man einfach akzeptieren, dass etwas nicht gestimmt hat", sagte Wuffli in einem Telefongespräch mit Reuters. Wuffli wollte keine Aussagen darüber machen, wohin Arnold gehe.

Die Aktien von UBS gaben im frühen Handel 3,42 % oder 2,95 sfr auf 83,35 sfr nach in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt. Die Aktien des Konkurrenten CS Group, die Händlern zufolge von dem Wechsel bei UBS profitierten könnten, legten leicht zu um 0,14 % auf 69,35 sfr.

Wuffli, geboren 1957, leitete seit 1999 das UBS Asset Management, davor war er Finanzchef der Gruppe gewesen. Luqman Arnold übernahm 1999 den Posten des Finanzchefs, zum Konzernleiter bestimmt wurde er im Februar dieses Jahres.

Der Grund für den Wechsel liege weder im Finanzbereich noch in der operativen Führung und auch nicht in der Unternehmenskontrolle, erklärte UBS weiter. Der Wechsel erfolge vielmehr aufgrund "einer Summe von einzelnen Meinungsverschiedenheiten". VR-Chef Ospel dankte Arnold für seine Arbeit und erklärte weiter, "wir bedauern, dass dieser Führungswechsel nötig wurde".

Nachfolger Wufflis im UBS Asset Management wird Peter Fraser, der bisher als Präsident und COO dieses Bereiches fungierte.

Im Vermögensverwaltungsgeschäft strebt die Gruppe eine Bündelung der Aktivitäten an und gründet zu diesem Zweck einen Wealth Management Board. Ab dem Jahresanfang 2002 soll das Privatkundengeschäft von UBS Warburg, das hauptsächlich UBS PaineWebber umfasst, zu einer eigenen Unternehmensgruppe werden. Die Gruppe werde weiterhin als UBS PaineWebber im Markt auftreten. UBS PaineWebber und UBS Private Banking sollen künftig eng zusammenarbeiten "und so der UBS über Zeit eine einzigartige globale Vermögensverwaltungsplattform zu Verfügung stellen", wie es weiter hiess.

Bei UBS Warburg wird John Costas, derzeit Präsident und Chief Operating Officer, neuer CEO und operativer Leiter des Tagesgeschäftes. Zusätzlich werde er Einsitz in die Konzernleitung nehmen. Markus Granziol behalte weiterhin den Posten des Chairman von UBS Warburg und werde sich auf Strategieentwicklung und die Kundenbeziehungen konzentrieren.

Die Konzernleitung der UBS besteht in Zukunft aus Wuffli, John P. Costas, Georges Gagnebin, CEO des Private Banking, Joseph Grano, Chef von UBS PaineWebber, Markus Granziol und Stephan Häeringer, CEO von UBS Schweiz.

Der Wealth Management Board steht unter der Leitung von PaineWebber-Chef Joseph J. Grano. Mitglieder sind ferner Fraser, Gagnebin, Haeringer und Mark Sutton. Sutton ist Präsident des US-Privatkundengeschäfts von PaineWebber.

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