Finanzlage gesichert
Emprise weist Spekulationen über Zahlungsunfähigkeit zurück

Die am Neuen Markt gelistete Emprise Management Consulting AG hat Spekulationen über eine Existenzgefährdung wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zurückgewiesen. Emprise-Sprecher Joachim Regenbogen sagte am Dienstag, dem Beratungsunternehmen stünden aus dem Börsengang noch Barreserven von rund 100 Mill. DM zu Verfügung.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben noch genügend Geld und finanzieren uns aus dem Cash", sagte er. Wegen des Verbrauchs von zwölf Mill. DM des bilanziellen Grundkapitals hatte Emprise am Morgen angekündigt, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Außerdem rechnet die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2000 bei steigendem Umsatz mit einem operativen Verlust.

Die am Neuen Markt notierten Emprise-Aktien brachen zeitweise über 60 % auf einen neuen Tiefststand bei 2,30 Euro ein. Händler führten den Kursrückgang auf Spekulationen über die finanzielle Lage der Gesellschaft zurück. "Das Unternehmen ist in seiner Existenz gefährdet", hieß es.

Da die Verluste im Jahr 2000 das Grundkapital von Emprise überstiegen, müsse die Gesellschaft laut Aktiengesetz binnen sechs Wochen eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und die Aktionäre über die wirtschaftliche Lage informieren, sagte Unternehmenssprecher Carsten Geyer. Dort würden von den Aktionären wahrscheinlich jedoch keine Beschlüsse gefasst. Diese würden lediglich über die wirtschaftliche Situation von Emprise informiert, sagte Geyer.

Im Geschäftsjahr 2000 wird Emprise nach vorläufigen Zahlen beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ein Verlust von voraussichtlich rund 38 Mill. DM ausweisen, nachdem im Vorjahr noch eine Gewinn von 2,43 Mill. DM erzielt worden war. Das Ebit falle damit schlechter aus, als im dritten Quartal erwartet. Das Jahresergebnis werde sich auf minus 61 (Vorjahr: minus 2,3) Mill. DM erhöhen. Ihre Anfang Januar 2000 angehobene Umsatzplanung von rund 85 (Vorjahr: 50,6) Mill. DM werde die Hamburger Gesellschaft hingegen erreichen.

Alle ergebnismindernde Faktoren eliminiert



Emprise

führt die Verluste den Angaben zufolge auf höhere Aufwendungen der ebenfalls am Neuen Markt notierten Tochter mediascape communications AG, auf überplanmäßige Anlaufverluste der Auslandsgesellschaften, Wertberichtigungen auf Firmenwerte und die Weiterentwicklung des Internet-Paymentsystem SelfServe zurück.

Angesichts eines operativ ausgeglichenen Ergebnisses im Januar 2001 zeigte sich Regenbogen optimistisch, auf Jahressicht ergebnisorientiert zu wachsen. Für 2001 strebe Emprise ohne die Tochter mediascape communications AG ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von plus vier Mill. DM und ein Umsatz von 80 bis 90 (Vorjahr 77) Mill. DM an. Ziel sei es, die Anleger vor negativen Überraschungen zu bewahren. Deswegen und aus kaufmännischer Vorsicht seien die Minderheitsbeteiligungen vergangenes Jahr abgeschrieben worden. "Allein die Wertberichtigungen für die US-Minderheitsbeteiligungen hatten 2000 ein Volumen von 20 bis 25 Mill. DM", sagte Regenbogen. Damit seien nunmehr alle ergebnismindernde Faktoren weitestgehend eliminiert, hieß es.

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