Finanzmärkte fürchten Scheitern des Kabelverkaufs
Liberty-Abmahnung belastet Kurs der T-Aktie

Bundesregierung und Branchenkreise rechnen nach Informationen des Handelsblatts damit, dass der US-Kabelkonzern Liberty Media auf den Kauf von 60 % des Kabelgeschäfts der Deutschen Telekom verzichtet.

dri BERLIN. Denn das Bundeskartellamt wird am Donnerstag in Bonn voraussichtlich ankündigen, dass es die geplante Übernahme der Kabelnetze der Deutschen Telekom untersagt. Auf diese "Abmahnung" kann Liberty in den kommenden Wochen reagieren.

An den Finanzmärkten geriet die T-Aktie am Mittwoch weiter unter Druck. Auch Händler rechnen bereits mit dem Scheitern des Deals. Nach der Ankündigung der Kartellamts-Pressekonferenz fiel die T-Aktie zeitweise um 4,5 % auf 15,93 Euro, während der Dax um 1,8 % nachgab.

Die Abmahnung des Kartellamts ist jedoch noch kein rechtlich bindendes Verbot. Sie enthält in der Regel die Gründe für ein Übernahmeverbot sowie Hinweise, wie das Unternehmen doch noch eine Zustimmung erhalten kann. Endgültig entscheiden muss das Kartellamt bis 28. Februar.

Das Kartellamt befürchtet, dass der Restwettbewerb im Kabelmarkt ganz verschwinden wird, weil Liberty zusätzlich zum Telekom-Kabel weitere kleinere Kabelnetzbetreiber aufkaufen will. Ausgleichen könnte Liberty dies, indem das Unternehmen mehr Wettbewerb zum Telekom-Festnetz schafft, vor allem durch schnelle Internet-Zugänge. Dafür hat Liberty nach Handelsblatt-Informationen dem Kartellamt bisher kein überzeugendes Konzept präsentiert.

Bei einem Verbot des Kabeldeals hat Liberty ein Rücktrittsrecht von den Verträgen mit der Deutschen Telekom. Die Telekom hat angekündigt, sich dann neue Kabel-Käufer suchen zu wollen. Liberty will für die Netze 5,5 Mrd. Euro zahlen. Die Telekom hat angekündigt, die Einnahme aus dem Kabelverkauf für den Abbau ihrer Schulden zu nutzen.

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