Finanzmakler Klesch sucht offenbar neue Kabel-Käufer
Telekom macht sich stark für Liberty

Die Deutsche Telekom hat sich in einem Schreiben an das Bundeskartellamt nochmals für das US-Unternehmen Liberty Media eingesetzt.

slo/gof DÜSSELDORF. In dem 16 Seiten langen Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, macht sich der Bonner Konzern dafür stark, dass Liberty den Segen der Wettbewerbshüter für den Kauf des Telekom - Fernsehkabels bekommt. Doch die Aussichten auf eine solche Genehmigung sind auf Null gesunken, nachdem Liberty Konzessionen gegenüber dem Kartellamt und auch andere Möglichkeiten, den Deal beispielsweise durch eine Ministererlaubnis zu retten, abgelehnt hat (Handelsblatt vom 19.2.2001). "Eine Untersagung des Kartellamtes wird kommen", heißt es in der Branche. "Das Amt kann gar nicht anders. Dazu hat es sich schon zu stark festgelegt." In der Branche und in Regierungskreisen gilt es zudem als sehr unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung Druck ausüben und die Wettbewerbsbehörde zu Zugeständnissen zwingen wird.

In ihrem Brief vom Freitag vergangener Woche kritisiert die Telekom die Wettbewerbshüter. Die Beschlussabteilung habe "wesentliche Tatsachen und Argumente nicht hinreicht gewürdigt". Kommt das Geschäft nicht zustande, fehlt der Telekom der Erlös von 5,5 Mrd. Euro, und sie kann ihre Schulden dann nicht wie geplant abbauen.

Unterdessen sucht der britische Finanzmakler Gary Klesch nach Informationen aus Branchenkreisen neue Käufer für das Telekom-Kabel. Klesch wollte ursprünglich gemeinsam mit Liberty Media die restlichen Kabelregionalgesellschaften der Telekom kaufen. Die ehemaligen Partner sind heute zerstritten. Klesch ist Teil eines Konsortiums, das das Telekom-Kabelnetz in Hessen gekauft hat. Er war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Die Investorengruppe Compere hat ebenfalls Interesse am Telekom-Kabel. Bei Compere arbeiten ehemalige Klesch-Mitarbeiter.

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