Archiv
Finanzminister der Eurogruppe setzen weiter auf Erholung des Euro

Die Haltung der Minister zu Interventionen steht im Gegensatz zu Duisenbergs Aussage. Das Signal des Präsidenten nicht zu Gunsten des Euro zu intervenieren, hatte zu einem Einbruch auf knapp 0,8440 Dollar geführt.

Reuters Luxemburg. Die Finanzminister der Eurogruppe setzen trotz der anhaltenden Schwäche des Euro weiter auf eine Erholung der Gemeinschaftswährung. Der französische Finanzminister und Vorsitzende der Eurogruppe, Laurent Fabius, sagte am Montag in Luxemburg, die Minister und die Europäische Zentralbank seien sich einig, dass es einen Wert des Euro geben müsse, der höher sei als der jetzige Kurs. Die Fundamentaldaten seien "sehr robust und sehr gut". Es sei im Interesse der Märkte und Europas, dass der Euro steige. Die Haltung der Minister zu Interventionen sei unverändert. Insbesondere Äußerungen von EZB-Präsident Wim Duisenberg hatten den Euro am Montag belastet. Duisenberg verweigerte in Luxemburg jeglichen Kommentar.

In einem Interview mit der Londoner "Times" (Montagsausgabe) hatte Duisenberg signalisiert, die sieben führenden Industrienationen (G-7) würden nicht zu Gunsten des Euro intervenieren, falls der Nahost-Konflikt einen deutlichen Kursrückgang des Euro bewirken sollte. Die Finanzmärkte hatten die Äußerungen als Signal gegen neue Interventionen der G-7- Notenbanken gewertet. Der Euro war daraufhin eingebrochen und verfehlte dabei nur knapp sein Allzeittief bei 0,8440 Dollar. Danach stabilisierte sich die Gemeinschaftswährung wieder und notierte gegen 20.50 Uhr MESZ bei Werten um 85 US-Cents.

Fabius sagte weiter, Interventionen seien nach wie vor ein Instrument, um am Devisenmarkt einzugreifen. "Die Dinge haben sich nicht geändert... es gibt überhaupt keine Änderung (der Position)", fügte er hinzu. Die Minister der Euro-Gruppe hatten bereits bei ihrem Treffen Anfang September in Versailles erklärt, dass Interventionen ein Mittel seien, das jederzeit zur Verfügung stehe. Danach war es am 22. September zur Intervention der Notenbanken der G-7-Staaten am Devisenmarkt gekommen. Auf die Frage, ob die Wiederholung der Äußerung auf eine neue Intervention hindeute, sagte Fabius weiter, Entscheidungen über Interventionen dürften nicht vorhersehbar sein. Damit eine Intervention effizient sei, dürfe sie zuvor nicht bekannt werden.

Duisenberg selbst war nicht auf der Pressekonferenz von Fabius und EU-Währungskommissar Pedro Solbes nach den Gesprächen anwesend. Er verließ das Treffen der Euro-Gruppe ohne jeglichen Kommentar. Fabius wollte sich auf der Pressekonferenz nicht zu Duisenbergs Gespräch mit der "Times" äußern. Solbes sagte, er erwarte ein Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone zwischen 3,4 und 3,5 Prozent in diesem Jahr. Für das kommende Jahr sei in Prognosen bereits eine leichte Abschwächung vorausgesagt worden. Zu möglichen Auswirkungen der hohen Ölpreise wollte sich Solbes nicht äußern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%