Finanzministerium bestätigt Bericht
Regierung wehrt sich gegen Konjunkturvorwürfe

Die Bundesregierung wehrt sich gegen den Vorwurf, sie sei Schuld am Rückgang der Konjunktur. Das Berliner Finanzministerium bestätigte am Sonntag einen Bericht der "Financial Times Deutschland" über eine interne Analyse zu den Ursachen der negativen Entwicklung. Die Experten des Ministeriums hätten festgestellt, für das langsamere Wachstum seien "im Wesentlichen externe Faktoren verantwortlich".

ap BERLIN. Schuld seien vor allem der Ölpreisanstieg im Jahr 2000 und die Abkühlung der Weltkonjunktur. Ähnlich hatte sich das Finanzministerium bereits nach Bekanntgabe des Wachstums im zweiten Quartal (0,6 %) geäußert. Die Opposition hatte daraufhin erklärt, die Bundesregierung trage mit ihrer verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik die Verantwortung. Das Ministerium widersprach in der Analyse. Die deutschen Warenexporte seien seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Dies sei Grund für die Abschwächung der Binnenkonjunktur. Der Exportrückgang habe zu geringeren Investitionen in der Industrie geführt.

Rogowski erwartet keine Rezession

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski, äußerte sich zurückhaltend zur Konjunkturerwartung. Er sagte dem Deutschlandradio, im Augenblick herrsche eine ausgeprägte Schwäche. Voraussichtlich ergebe sich erst dann wieder eine Verbesserung, wenn es in den USA wieder deutlich aufwärts gehe. Es gebe dort positive, aber auch negative Anzeichen. An eine kommende Rezession glaube er jedoch nicht. Wenig Bedeutung maß Rogowski der Tatsache zu, dass der ifo-Geschäftsklima-Index erstmals seit Januar wieder nach oben zeigte. Es handle sich um einen leichten Hoffnungsschimmer, sagte er. Man müsse abwarten, ob sich über die nächsten Monate ein Trend daraus entwickle. Der Index teile sich zudem "noch auf in die wirtschaftliche Lage und in die Erwartungen in Bezug auf die Zukunft". Die wirtschaftliche Lage habe sich sogar noch leicht verschlechtert. Die Zukunftserwartungen seien zwar für Westdeutschland leicht besser, für den Osten aber schlechter geworden.

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