Finanzpräsente kommen für viele genau zum richtigen Zeitpunkt
Es müssen nicht immer Socken mit Nikolausmuster sein

Das Beste, was Sie in diesem Jahr ihren Lieben zu Weihnachten schenken können, ist: Geld.

BRÜSSEL. Zu schmucklos und zu unpersönlich? Seien Sie sicher, in diesem Dezember freuen sich die Beschenkten mehr über eine unerwartete Summe auf dem Konto oder einen kleinen Beitrag für ein unerschwinglich erscheinendes Wunschobjekt als über ein weiteres Paar Socken mit Nikolausmuster.

"Dieses Jahr wird von einer großen Unsicherheit beherrscht. Die Aktienmärkte liegen am Boden, wir befinden uns mitten im längsten Bärenmarkt seit dem Zweiten Weltkrieg", sagt Werner Peyer, Manager im Bereich Private Banking der UBS AG in Zürich. "Die Leute können nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Man könnte eine nette Weihnachtskarte schreiben und sagen, dieses Geld soll dazu beitragen, dir einen Herzenswunsch zu erfüllen."

Hier sind sechs Vorschläge, wie man sinnvoll Geld verschenken kann. Besonders willkommen und am direktesten ist es, Bargeld zu überreichen. "Die Mode, an Weihnachten Geld zu schenken, ändert sich von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr könnte es das beste Geschenk von allen sein," sagt Peyer. Er empfiehlt, das Geldgeschenk einem besonderen Zweck zu widmen, etwa "einem Luxusartikel, den sich der Beschenkte selbst sonst nie gekauft hätte." Will man Kindern Geld schenken, sollte man vielleicht ein Sparkonto einrichten oder auf ein bereits vorhandenes Sparbuch einzahlen - und dabei nicht vergessen, noch eine Kleinigkeit persönlich zu überreichen. Sonst gilt man bei den Enkeln oder Patenkindern schnell als der größte Langweiler unter dem Weihnachtsbaum.

Eine zweite, wenn auch etwas altmodische Möglichkeit, sind Münzen und Goldbarren. "Die Nachfrage nach Goldmünzen steigt tatsächlich, wenn Weihnachten näher rückt", stellt Peter Pietsch, Sprecher der Commerzbank AG, fest. Gewöhnlich würden in Deutschland Goldmünzen über eine Unze oder eine halbe Unze verschenkt, die Renner seien nach wie vor der American Eagle, das Canadian Maple Leaf oder der südafrikanische Krugerrand. Auch kleinere Goldbarren seien als Weihnachtsgeschenke sehr beliebt, berichtet Tony Baird, Managing Director von Baird & Co. in London, der Gold direkt an Investoren verkauft. Die kleinsten Barren von einem Zehntel Unze kosten etwa 25 Pfund Sterling und ein Barren von einer Unze etwa 250 Pfund - je nach Marktpreis des Goldes.

Zugleich festlich und eine gute Geldanlage kann das Verschenken von Wein sein. Will man seinen Kindern in der Zukunft eine Freude machen, schenkt man einen Wein-Future. Der Wein wird en primeur gekauft, d.h. bevor er abgefüllt worden ist. Nach etwa zwei Jahren wird er geliefert und ist erst nach mindestens zehn weiteren Jahren genießbar. Natürlich besteht dabei immer das Risiko, dass genau der erworbene Jahrgang nicht zu den Spitzenweinen zählt. Bei erlesenen Weinen wie einem Chateau Lafite Rothschild besteht aber das Potenzial, dass er in den kommenden 20 Jahren pro Jahr zehn Prozent an Wert gewinnt. Das läge immerhin über den Steigerungsraten an den Aktienmärkten. Wer lieber handfestere Geschenke macht, sollte direkt zu einem edlen Tropfen greifen. Ein Chateau Latour, Jahrgang 2001, kostet derzeit etwa 82 Pfund die Flasche und könnte nach dem historischen Preisvergleich eine Jahresrendite von 10,5 Prozent in den nächsten zwölf Jahren abwerfen.

Wer beim Schenken einen längeren Zeithorizont vor Augen hat, könnte einen Aktienfonds wählen. Auch wenn die Renditen in den vergangenen Jahren nicht berauschend waren, ist es immer noch unbestritten, dass die Investition in Aktien über einen langen Zeitraum gesehen Früchte trägt. Ein Aktienfonds eignet sich allerdings nicht für jemanden, der in den nächsten zwei oder drei Jahren einen größeren Geldbedarf hat. "Diese Anlageform ist aus finanzieller Sicht ein gutes Geschenk für die eigenen Kinder oder Eltern," sagt Thomas Richter, Sprecher der Fondsgesellschaft DWS, und verweist darauf, dass auf diese Art von Geschenk bisher noch keine Steuern erhoben werden, wenn der Fonds für mindestens zwölf Monate gehalten wird. Das könnte sich aber bald ändern.

Soll der Beschenkte zeitlich ungebundener über den Betrag verfügen können, bietet sich ein Geldmarktfonds an. Die Fonds investieren meist in kurzfristige festverzinsliche Wertpapiere und tragen ein geringes Kredit- und Zinsrisiko. Der Beschenkte hat jederzeit Zugriff auf die Summe. Die durchschnittliche Jahresrendite der Anlage liegt gegenwärtig bei zwei bis 3,5 Prozent.

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