Finanzspritze für Tauschbörse
Bertelsmann greift Napster erneut unter die Arme

Die abgeschaltete Internet- Musiktauschbörse Napster hat nach eigenen Angaben vom deutschen Medienkonzern Bertelsmann AG erneut finanzielle Unterstützung erhalten. Ein Napster-Sprecher lehnte es allerdings am Freitag ab, die Höhe der Summe zu nennen.

Reuters LOS ANGELES. In informierten Kreisen wurde die Höhe auf rund 26 Mill. $ (fast 57 Mill. DM) geschätzt. Bertelsmann war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ende Oktober 2000 war Bertelsmann aus der Reihe der Musikindustrie, die Napster wegen Urheberrechtsverletzung verklagt hatte, ausgeschert und hatte sich bei der Tauschbörse eingekauft.

Bertelsmann hatte damals dem kalifornischen Unternehmen einen Kredit von 60 Mill. $ gewährt. Sie will die Internet-Plattform in einen kostenpflichtigen Abo-Service umwandeln.

Im September hatte die Tauschbörse angekündigt, Musikern und Verlegern eine Entschädigung von 26 Mill. $ für entgangene Honorare zu zahlen. Über Napster waren monatelang kostenfrei komprimierte Musik-Dateien getauscht worden. Klagen der Musikkonzerne hatten dazu geführt, dass Napster der Tausch urheberrechtlich geschützter Songs per einstweiliger Verfügung verboten und der Service abgeschaltet wurde.

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