Finanztitel gehörten zu den Gewinnern
Wall Street: Unentschlossene Märkte schließen im Plus

Die Wall Street erlebte am Dienstag ein stetes Auf und Ab der Märkte. Nach einer leichten Rally am Vormittag, die den Dow Jones Index zeitweise um über 60 Punkte ins Plus brachte und den Nasdaq um 28 Punkte klettern ließ, präsentierten sich die Märkte am Mittag unentschlossen, rutschten sogar ins Minus. Bei Handelsschluss präsentierten sich beide Börsenbarometer gut behauptet.

NEW YORK. Der Dow Jones Index der 30 US-Standardwerte schloss mit einem Gewinn von 0,2 % bei 8654 Punkten, der technologie-lastige Nasdaq Index verzeichnete ein Plus von 0,1 % und ging bei 1501,55 Punkten aus dem Handel. Für den Nasdaq war es die erste Zwei-Tage-Rally seit acht Wochen.

Die Händler zeigten sich mit den kleinen Gewinnen zufrieden. "Wir haben am Montag einen großen Schritt nach vorne geschafft und sind am Dienstag nicht zwei zurück gefallen", freute sich ein Trader bescheiden mit Blick auf den gestrigen euphorischen Wochenstart.

Den anfangs aktiven Händlern hatte im Tagesverlauf das ernüchternd niedrige Konsumentenvertrauen auf den Magen geschlagen. Hatten die Analysten mehrheitlich mit einem Index von 107,8 Punkten gerechnet, fiel das Verbrauchervertrauen im September auf 97,6 Punkte. Der Index verzeichnet außerdem den größten Monatseinbruch seit Oktober 1990. Damals befanden sich US-Truppen auf dem Weg in den persischen Golf um Kuwait zu befreien. Die Erhebung berücksichtigt bereits zum Teil die Auswirkungen der Terroranschläge des 11. September auf das Verhalten der Konsumenten.

Zu den Gewinnern an der Wall Street gehörten am Dienstag die Finanztitel, die Telekommunikationsanbieter und die Rüstungstitel. Durchwachsen war die Lage im Einzelhandel. Aktien der Energie- und Ölkonzerne standen hingegen erneut unter Druck. Der Ölpreis hat sich am Dienstag nur leicht von seinem 22-Monatstief erholt. Wie sich der Markt in diesem Segment entwickelt, hängt vor allem vom Verlauf des Opec-Treffens ab, dass am morgigen Mittwoch in Wien beginnt.

Die Aktien der Netzwerkausrüster verbuchen Kursgewinne, auch Hard- und Software-Titel legen nach einer schwachen letzten Woche wieder deutlich zu. Stärkste Branche ist der Biotechnologiesektor, ganze drei Prozent konnte das Segment zulegen.

Die Aktie von AOL Time Warner konnte sich im Handelsverlauf von frühen Verlusten erholen und beendete den Tag mit einem Gewinn von 0,9 %. Der Medienkonzern hat die Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Nach Aussagen des Unternehmens werden die Ergebnisse in Folge der Terrorangriffe auf World Trade Center und Pentagon geringer als erwartet ausfallen.

Auch das Papier von Cisco erholt sich von den Kursverlusten der vergangenen Tage und gewinnt 0,3 %. Zunächst hatten schlechte Analystenkommentare der Investmentbank UBS Warburg für Kursabschläge gesorgt.

Die Anleger von Boeing durften dagegen ein wenig aufatmen. Der Luftfahrtkonzern hat bekanntgegeben, dass durch Entlassungen ausreichend Geld eingespart werden könne, um das Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich zu halten. Die Aktie erholte sich am Dienstag und gewann 4,6 %.

Weiter schwach notierten die Fluggesellschaften. Die Reise- und Tourismusbranche ist von den Anschlägen des 11. September am stärksten betroffen, und das trifft die US-Wirtschaft hart. Airlines, Hotels und Tourismus haben einen gemeinsamen Jahresumsatz von 560 Milliarden Dollar. In den nächsten Monaten müssen gewaltige Einbrüche verkraftet werden. Allein die Hotelbranche verzeichnet Umsatzrückgänge von über 40 Prozent.

Die Stimmung auf dem Börsenparkett blieb unentschlossen. Händler schauen weiter nach Washington und müssen sich zunehmend damit abfinden, dass Nachrichten von außerhalb der Märkte das Börsengeschehen diktieren. Während US-Präsident George W. Bush in der US-Haupstadt mit Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi zusammentraf und weiter an einer weltweiten Koalition strickte, traf Notenbank-Präsident Alan Greenspan zum dritten Mal in zwei Wochen mit Wirtschaftsexperten des Kongresses zusammen, um über staatliche Unterstützungsmaßnahmen zugunsten der angeschlagenen Wirtschaft zu beraten. Ergebnisse lagen bei Handelsschluß noch nicht vor.

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