Finanzvorstand geht
Herzog Telecom beantragt Insolvenzverfahren

vwd TRIER. Die Herzog Telecom AG, Trier, wird am Montag Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens stellen. Gleichzeitig erklärte der Finanzvorstand Werner Plein seinen Rücktritt. Die Zahlungsschwierigkeiten konnten in der Kürze der Zeit nicht beseitigt werden, wie das am Geregelten Markt notierte Unternehmen am Freitagabend nach Börsenschluss ad hoc mitteilte. Im Rahmen des Insolvenzantragsverfahrens werde die Gelegenheit bestehen, die bereits begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen "erfolgreich zu Ende" zu führen. Bei einer vorläufigen Insolvenz werde der Geschäftsbetrieb weitergeführt. Die Löhne aller Mitarbeiter seien auf jeden Fall gesichert.

Folgende Maßnahmen seien bereits abgeschlossen: Anpassung des Mitarbeiterstamms von 211 festen Mitarbeitern im Oktober 2000 auf 88 Arbeitsplätze bereits Ende März, 78 Mitarbeitern zum Ende April (davon 28 Ausbildungsplätzen, die bis auf wenige Ausnahmen alle erhalten bleiben). Beendigung von Filial-Mitverträgen und Schließung von insgesamt 20 unrentablen Filialen, damit Filial-Konzentration auf den Wirtschaftsraum Eifel/Saar/Mosel. Das Call Center wurde den Angaben zufolge bereits Ende des Jahres ausgelagert.

In den nächsten sechs Monaten sollen folgende Maßnahmen realisiert werden: Auslagerung der Druckerei und der Werbegestaltung, Umzug in neue, wesentlich kostengünstigere Geschäftsräume. Plein werde Herzog Telekom zum 31. März den Vorstand verlassen, hieß es weiter. Die Leitung des Rechnungswesens betreue dann Jochen Hirschmann. Nach der massiven Senkung der Einstiegpreise bei monatlichen Mobilfunkgrundgebühren auf der Computermesse CeBIT 2001 und der Preissteigerung bei Pre-paid-Handys sehe das Unternehmen eine realistische Chance, kurzfristig wieder Gewinne erzielen zu können. Die Gespräche mit potenziellen Investoren liefen weiter. Zur Zeit werde an einer Lösung gearbeitet, um alle Grundgebühr-Rückerstattungsansprüche der Herzog-Telecom-Kunden zu befriedigen. Den Angaben nach warten insgesamt 11.800 Kunden auf eine fällige Rückerstattung von insgesamt 750.000 EUR.

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