Finanzwerte unter Druck
Dax schließ im Minus

Eine geringer als erhofft ausgefallene Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die Anleger enttäuscht und den Deutschen Aktienindex (Dax) gedrückt. Deutschlands wichtigster Börsenindex ging mit einem Minus von 2,4 Prozent bei 2 437,5 Punkten aus dem Handel.

Reuters FRANKFURT. Der Auswahlindex des Neuen Marktes, Nemax50, schloss 0,7 Prozent tiefer bei 329,6 Stellen, der Index für mittelgroße Unternehmen MDax gab 0,8 Prozent auf 2 770,9 Zähler nach.

"Wir denken, die Höhe der Senkung ist etwas enttäuschend - vor allem wenn man bedenkt, dass es keine klaren Zeichen für eine Erholung der Wirtschaftsaktivität in der Euro-Zone gibt", sagte Philip Shaw, Chefvolkswirt bei Investec. Aktienhändler ergänzten, sie hätten sich einen größeren Zinsschritt von 50 Basispunkten erhofft. Die EZB hat den Schlüsselzins um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent gesenkt. Mit niedrigeren Leitzinsen sinken in der Regel auch die Kreditkosten. So können Unternehmen und Verbraucher ihre Investitionen günstiger finanzieren. Ihre Wirkung auf das volkswirtschaftliche Wachstum entfalten Zinssenkungen aber in der Regel erst mit einer Zeitverzögerung.

An der Spitze der Kursverlierer standen im Dax die Finanzwerte, die besonders sensibel auf Zinsentscheidungen reagieren. Hypo-Vereinsbank-Scheine gaben 4,2 Prozent nach. Auch die Versicherer Allianz und Münchener Rück verloren jeweils gut 4 Prozent. Händler machten dafür das schwache Quartalsergebnis des niederländischen Versicherungskonzerns Aegon verantwortlich.

Bayer wieder gefragt - Tui unter Druck

Gegen den Trend legten im Dax die Aktien von Bayer um rund 1 Prozent auf 12,1 Euro zu. Bayer will seinen Aktionären für 2002 eine unveränderte Dividende von 0,90 Euro je Schein zahlen. In der Vorwoche hatte die Bayer-Aktie wegen der Furcht der Anleger vor hohen Schadensersatzzahlungen im Zusammenhang mit dem vom Markt genommenen Medikament Lipobay rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Auf der Verliererseite standen indes die Aktien des Reiseveranstalters Tui, der zuletzt einen rückläufigen Buchungseingang vermeldet hatte. Die Aktie schloss 6,2 Prozent niedriger bei 8,4 Euro.

Autowerte ebenfalls unter Druck

MAN-Papiere verloren 4,2 Prozent auf 12,5 Euro, obwohl der Nutzfahrzeugkonzern seine eigenen Ergebnisprognosen für 2002 übertroffen hatte. "Im Moment kann ein Unternehmen gute Zahlen vorlegen und es geht trotzdem nach unten. Die Anleger schauen auf größere Fragen wie zum Beispiel Konjunktursorgen", sagte ein Händler. Auch die Papiere der Automobilhersteller, die an den Tagen zuvor bereits unter den schlechten Absatzzahlen in den USA im Februar gelitten hatten, gaben weiter nach.

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