Findige Finanzierungsweisen stützen Kurse
Chinas Mobilfunker investieren Milliarden

Mit innovativ finanzierten Milliarden-Deals setzen die zwei chinesischen Mobilfunkanbieter zur Expansion an: Marktführer China Mobile will Mobilfunknetze in acht chinesischen Provinzen im Wert von 12 Mrd. $ hinzukaufen. Gleichzeitig plant die bisher ungelistete Holding China Unicom Group, die den Rivalen China Unicom kontrolliert, einen Börsengang in Schanghai. Analysten schätzen dessen Wert auf bis zu 1,5 Mrd. $. Das wäre der größte Börsengang aller Zeiten in China.

HB HONGKONG. Mit dem Geld will die China Unicom Group den Aufbau eines neuen landesweiten Mobilfunknetzes finanzieren, das den US-Standard CDMA verwenden wird. Das Netz wird parallel zu dem existierenden GSM-Netz von Unicom hochgezogen. Es soll Anfang 2002 an den Start gehen und bis in vier Jahren 100 Millionen Kunden haben. China Unicom, mit 25 Millionen GSM-Kunden derzeit Nummer zwei in China, wird das CDMA-Netz von seiner Mutter leasen. In China hatte die US-Regierung seit Monaten massiv darauf gedrungen, dass das einwohnerreichste Land der Welt nicht allein den Weltstandard GSM (heute 600 Millionen Kunden) einführt, sondern auch den US-Standard CDMA (weltweit 50 Mill. Kunden) unterstützt.

Analysten und Fondsmanager hatten die Pläne kritisiert, da sie die Investition in ein Parallelnetz mit inkompatiblem Standard für Ressourcenverschwendung halten. Unicom verspricht sich von dem neuen Netz, das höhere Datenübertragungsraten ermöglicht, einen Wettbewerbsvorteil beim Kampf um begüterte Kunden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Unternehmenskreise, Unicom wolle Anfang kommenden Jahres zusätzlich 18 GSM-Netze von ihrer Muttergesellschaft übernehmen. Deren Wert soll sich auf 5 bis 6 Mrd. $ belaufen.

China Unicom und China Mobile sind an der Hongkonger Börse notiert. Die Finanzierung der beiden Milliardendeals zeigt, dass chinesische Unternehmen bei der Kapitalaufnahme zunehmend die heimischen Aktienmärkte nutzen, die chinesischen Anlegern vorbehalten sind. Als erster im Ausland gelisteter Konzern Chinas will China Mobile so genannte China Depositary Receipts (CDRs) ausgeben, was rechtlich bald möglich werden soll. Die Unicom-Holding wird in Schanghai so genannte A-Aktien ausgeben, die auf Yuan lauten und für Ausländer tabu sind. Analysten begrüßen, dass die Finanzierung des riskantem CDMA-Projekt nicht der börsennotierten Hongkonger Tochter Unicom aufgebürdet wird.

Quelle: Handelsblatt
Oliver Müller
Handelsblatt / Korrespondent
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