Finnen halten an Ertragsschätzung fest
Nokia gewinnt in der Krise

Der finnische Handy- und Netzwerkhersteller Nokia hat heute erneut seine Ausnahmeposition in der globalen Telekommunikationsbranche demonstriert. Der Konzern revidierte zwar seine Umsatzprognose für das erste Quartal dieses Jahres nach unten, gab jedoch - anders als Konkurrenten wie Ericsson oder Motorola - keine Gewinnwarnung heraus. Zudem haben die Finnen nach eigenen Angaben ihren Anteil am Handy-Weltmarkt inzwischen auf über 32 % ausgebaut.

hst STOCKHOLM.Der weltgrößte Hersteller von Handys rechnet statt des bisher erwarteten Umsatzanstiegs von 25 bis 30 % nun mit einem Plus von "bis zu 20 %". Der Gewinn je Nokia-Aktie wird nach Unternehmensangaben jedoch wie schon zuvor angekündigt bei etwa 0,19 Euro liegen. "Trotz einer schwierigen Marktlage haben wir gute Fortschritte machen können", erklärte Nokia-Chef Jorma Ollila und erfreute die Investoren mit der Nachricht, die Margen im ersten Quartal seien "besser als erwartet ausgefallen".

Nokia stieß damit in offene Wunden beim schwedischen Konkurrenten Ericsson, der erst Anfang der Woche mit einer Gewinnwarnung die Märkte schockiert hatte. Die Schweden werden angesichts katastrophaler Verluste bei den Handys zum 1. April die gesamte Mobiltelefonproduktion an den US-Hersteller Flextronics auslagern.

An den Börsen löste die Nachricht über bessere Margen trotz der Umsatzwarnung ein Freudenfeuer aus. Der Kurs der Nokia-Aktie stieg in Helsinki und Stockholm um zwischenzeitlich bis zu 17 % und zog andere Telekommunikationstitel mit.

"Nokia ist es gelungen, zumindest das erste Quartal zu retten", erklärte Telekommunikationsanalyst Stefan Olsson von Fischer Partners in Stockholm. Er sieht jedoch für den Sektor noch keine Entwarnung. "Auch Nokia geht jetzt von weniger verkauften Handys in diesem Jahr aus. Deshalb wird es für die Finnen schwer werden, ihre Prognosen auch zu halten", sagte er dem Handelsblatt.

Für seinen wichtigsten Bereich, die Handy-Produktion, schraubte Nokia wegen der schwierigen Konjunkturlage in den USA seine Wachstumsprognose für das erste Quartal auf 15 bis 20 % herunter. Anfang des Jahres waren die Finnen noch von einem Plus von 25 % ausgegangen. Die Handys machen bei Nokia rund 70 % des Umsatzes aus. Für den Rest sorgt die Netzwerktechnik, bei der der Konzern bei seiner früheren Wachstumsprognose von 30 bis 35 % bleibt, obwohl Ericsson als Weltmarktführer am Montag auch von konjunkturell bedingten Absatzproblemen in diesem Bereich gesprochen hatte.

Wegen des verlangsamten Wachstums beziffert Nokia den Handy-Weltmarkt in diesem Jahr auf "450 bis 500 Millionen" Geräte. In einer früheren Prognose war das Unternehmen noch von bis zu 550 Millionen Mobiltelefonen ausgegangen.

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