Finnischer Telekomausrüster überrascht mit optimistischen Prognosen
Nokia zieht die Aktienkurse der Telekombranche nach oben

Der Markt für Handys wird auch in den nächsten Jahren weiter wachsen - und mit ihm der Umsatz von Nokia. Das war die zentrale Botschaft mit der der finnische Telekomausrüster gestern die Analysten überraschte. Darüber hinaus verspricht sich der Konzern zusätzliche Einnahmen aus dem Aufbau der neuen multimedialen Mobilfunknetze.

hst STOCKHOLM. Die in den vergangenen Wochen arg gebeutelte Telekommunikationsbranche hat seit gestern einen neuen Hoffnungsträger: Nokia . Der finnische Weltmarktführer bei Handys und einer der großen Lieferanten von Mobilfunksystemen legte einmal mehr mit eine überaus optimistische Prognose über die weitere Entwicklung der eigenen Branche vor. Prompt zogen die Aktienkurse nicht nur von Nokia und den Wettbewerbern an, sondern Analysten werteten die positiven Signale des finnischen Konzerns als eine mögliche Trendwende für den gesamten Sektor.

Nokia erweiterte seine Prognose für das Umsatzwachstum bis auf das Jahr 2003 aus. Das bisher gültige Wachstumziel von 25 bis 35 % gelte nicht wie ursprünglich nur bis 2002, sondern auch noch für das gesamte Jahr 2003. Der Konzern rechnet außerdem nun mit einer Milliarde Handynutzern weltweit schon im ersten Halbjahr 2002. Zuvor waren die Finnen davon ausgegangen, dass die Milliardenschwelle erst Ende 2002 überschritten wird.

Matti Alahuhta, Chef von Nokia Mobil Phones, bezeichnete die neue Prognose über das Umsatzwachstum als "eher konservativ als zu optimistisch". Im kommenden Jahr werde es im oberen Bereich der Spanne liegen. Gleichzeitig unterstrich er, dass sein Unternehmen bei Handys nun einen Weltmarktanteil von 30 % habe. Damit vergrößert sich der Abstand zum Zweit- und Drittplatzierten, Motorola (rund 16 %) und Ericsson (etwa 11 %), immer mehr. Die Rentabilität will Nokia auf dem bisher hohen Niveau halten.

Nokia sieht gute Wachstumschancen im Markt für Ersatzhandys. In den kommenden Jahren würden einer Studie zufolge mehr Kunden ihr Mobiltelefon gegen ein neues Modell austauschen. Derzeit macht der Anteil der Ersatzkäufe rund 40 bis 50 % des gesamten Handymarkts aus. Künftig wird dieser Anteil laut Nokia auf 70 bis 80 % steigen. Die Finnen rechnen sich in diesem Geschäft gute Chancen aus, da sie mehrfach mit Trendmodellen erfolgreich waren. Im ersten Halbjahr 2001 wird das Unternehmen seine ersten GPRS-fähigen Handys auf den Markt bringen, mit denen eine schnellere Datenübertragung möglich ist.

Auch bei den Mobilfunksystemen will Nokia ein deutliches Wörtchen mitreden. Bislang die Domäne des schwedischen Konkurrenten Ericsson, erklärte Nokia jetzt, dass man bei den Netzen für den dritten Mobilfunkstandard (3G) mit einem Weltmarktanteil von rund 35 % und einem jährlichen Wachstum von etwa 30 % in den kommenden drei Jahren rechne. Aber auch Ericsson ist hier weiterhin optimistisch. Ein Ericsson-Sprecher bestätigte dem Handelsblatt, dass der schwedische Konzern mit 20 der begehrten 3G-Verträgen "mehr als jeder andere Mitbewerber bislang erhalten" habe.

Vom Jahr 2003 an will der finnische Konzern jährlich mehr als 1 Mrd. Euro durch eine stärkere Fokussierung auf das E-Business einsparen. Mehr als 60 % des Umsatzes will der Konzern von Ende kommenden Jahres an über das Internet abwickeln. Analysten in Helsinki und Stockholm äußerten sich positiv zu den neuen Einschätzungen von Nokia.

Nach der Erfolgsphase des Konzerns waren in letzter Zeit Stimmen lauter geworden, die einen Einbruch auch bei Finnlands größtem Konzern befürchteten. "Die neuen Prognosen können einen Aufschwung für die gesamte Branche bringen. Wie lang er allerdings anhalten wird, ist schwer zu sagen", erklärte ein Stockholmer Telekommunikationsexperte. Der Aktienkurs von Nokia schoss in Helsinki um rund 9 % nach oben, in Stockholm legte er um mehr als 8 % zu.

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