Fiorina sieht gute Chancen für Fusion mit Compaq
Hewlett-Packard verbessert Gewinne

Der Druckerhersteller Hewlett-Packard hat seine Gewinne im ersten Quartal verdreifacht. Für Konzernchefin Fiorina verbessert das gute Ergebnis die Aussichten auf eine erfolgreiche Fusion mit Compaq.

siri/su HB SAN FRANCISCO. Kühl und routiniert präsentierte Carleton Fiorina, Vorstandschefin des Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard (HP) Co., die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002: Sie lagen mit 29 Cents je Aktie über den Erwartungen der Analysten von 25 Cents. Der Gewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal damit mehr als verdreifacht.

Dass hinter den Kulissen der Kampf um die geplante Fusion mit der Compaq Computer Corp. tobt, war Fiorina nicht anzumerken. Sie verteidigte in einer Konferenzschaltung mit Analysten ihre Position: "Unser Ergebnis zeigt, dass wir unser Geschäft besser verstehen als irgendwer sonst." Marktbeobachter kritisieren, dass trotz des Gewinnanstiegs (siehe Kasten) der Umsatz um rund 8 % hinter dem des Vorjahresquartals zurück blieb. Dabei war der Umsatz damals schon lediglich um 2% gestiegen. Für das laufende zweite Quartal 2001/2002 hat Finanzvorstand Bob Wayman die Umsatzerwartungen noch weiter gesenkt. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erwartet Fiorina nicht vor der zweiten Hälfte des Jahres 2002.

Im wichtigen Geschäft mit Servern ist es der Konkurrenz gelungen, HP Marktanteile abzujagen. Der Umsatz bei Servern mit dem Unix-Betriebssystem, bei denen HP starker Konkurrenz von Sun Microsystems und IBM gegenübersteht, ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 % zurückgegangen.

Weder diese Probleme noch der Widerstand von Aktionären ändern etwas an Fiorinas Fusionsabsichten: "Die Ergebnisse des ersten Quartals zeigen, dass HP sich auf die Kunden konzentrieren und den Geschäftsplan umsetzen kann, egal welche Marktbedingungen herrschen", sagt sie. Kritiker hatten ihr vorgeworfen, sich wegen des Kampfes um die Fusion nicht mehr angemessen um die laufenden Geschäfte kümmern zu können. Ob das Ergebnis die Chancen für die Fusion erhöht, bleibt nach Ansicht von Andy Neff, Analyst beim Investmenthaus Bear Stearns, allerdings offen: "Man könnte auch argumentieren, dass ein starkes Unternehmen keine Fusion mehr braucht."

Dass HP Compaq nicht braucht, glaubt der Gründersohn und HP-Aufsichtsrat Walter Hewlett. In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" hat er seine Vision für einen unabhängigen Konzern erläutert: HP solle in die Expansion seiner hoch profitablen Druck- und Bildbearbeitungs-Division investieren. Zudem müsse der Konzern sich darauf konzentrieren, die wesentlichen Löcher in seinem Produktangebot zu stopfen - dazu gehörten Software und Beratung. Das könne auch durch kleinere Übernahmen geschehen. Drittens fordert er einen Umbau des Unternehmens: Die PC-Sparte müsse heruntergefahren werden, wenn nötig auch durch die Schließung von Werken. "HP braucht einen Fokus, nicht noch mehr Breite", sagt Hewlett.

Sechs Mitglieder des HP-Verwaltungsrates haben inzwischen in einem Brief Fiorinas Position verteidigt. Sie warfen Hewlett vor, er sei in seiner Kirtik an dem geplanten Firmenzusammenschluss zu weit gegangen. Martin Reynolds, Analyst beim Marktforscher Gartner Group, kritisiert, Hewlett fehlten Status und Erfahrung, um die Investoren auf seine Seite zu bringen. Er glaubt, dass HP und Compaq jetzt in einer besseren Position sind, bei der Aktionärsabstimmung am 19. März die Zustimmung der Investoren zu erhalten. Reynolds rechnet inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 %, dass die Fusion genehmigt wird. Das zeige auch der Aktienkurs, der inzwischen wieder auf 21 $ gestiegen ist und damit deutlich über dem Tiefstand von 12,50 $ liegt.

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