Firmen fordern raschere Steuerentlastung
Mittelstand ist auf Talfahrt

Nach den Großunternehmen hat der Konjunktureinbruch jetzt auch den Mittelstand voll erfasst. Wie eine vom Verband Creditreform am Donnerstag präsentierte Umfrage unter 4 600 mittelständischen Betrieben ergab, gehen Aufträge, Umsätze, Gewinne und Investitionen zurück. Zugleich gibt es mehr Entlassungen und Pleiten. Die bereits "negative Grundstimmung wurde durch die Terroranschläge verstärkt", sagte Credireform-Geschäftsführer Helmut Rödl in München.

ap MÜNCHEN. Es gebe keine Rezession, aber einen Abschwung: "Die Schatten wachsen", sagte Rödl. Eine Trendwende sei frühestens im Frühjahr zu erwarten. Der Mittelstand brauche kein Konjunkturprogramm, sondern eine raschere Steuerentlastung.

Die Auftragslage der kleinen und mittleren Betriebe habe sich binnen Jahresfrist deutlich verschlechtert. Nur noch jeweils ein Drittel der Firmen spreche von einer guten oder sehr guten Ordersituation, habe im letzten halben Jahr steigende Umsätze verbucht und rechne mit steigenden Gewinnen. Zum ersten Mal plane über die Hälfte der Betriebe keine Investitionen.

Das Zahlungsverhalten der Kunden sei noch schlechter geworden, nur noch drei Prozent seien damit sehr zufrieden. 85 Prozent der Kleinunternehmen hätten im vergangenen halben Jahr Forderungsausfälle hinnehmen müssen. Der Anteil hoher Verluste steige, 40 Prozent der Mittelständler seien unterfinanziert, "die Pleiten driften nach oben", sagte Rödl. Ein Viertel der Betriebe habe bereits Mitarbeiter entlassen; ein Viertel plane einen Stellenabbau; nur noch elf Prozent wollten Personal einstellen. Am besten halte sich der Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe, sagte der Creditreform-Geschäftsführer. "Bau und Handel sind auf Talfahrt."

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