Firmen haben sich gegen Ausfall der Systeme geschützt
Reparatur der Netzwerke in Manhatten wird teuer

Wenn die Terroristen mit ihren Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon auch die Informationswirtschaft der USA in die Knie zwingen wollten, haben sie sich die falschen Gebäude ausgesucht. Denn die meisten Firmen in den Zwillingstürmen von New York wie auch das US-Verteidigungsministerium hatten ihre wichtigen Daten vorsorglich gesichert.

HB NEW YORK/DÜSSELDORF. Der erste Anschlag auf den New Yorker Wolkenkratzer im Jahr 1993 und nicht zuletzt die umfangreichen Vorsorgemaßnahmen vor dem Jahrtausendwechsel führten dazu, dass Backup- und Recovery-Systeme eingerichtet wurden. Dennoch wird der Wiederaufbau der Telekommunikations- und Daten-Infrastruktur im Finanzdistrikt von New York und im Pentagon lange dauern und teuer werden. Das amerikanische Beratungsunternehmen Computer Economics aus Carlsbad in Kalifornien schätzt die Kosten auf rund 15,8 Mrd. $. Allerdings ist ein Großteil durch Versicherungen gedeckt.

Nach der Untersuchung von Computer Economics fallen kurzfristig Kosten von 1,7 Mrd. $ an, vor allem für Personal. Rund 25 000 Spezialisten sind laut der Studie weltweit im Einsatz, um die Daten- und Telefondienste zu reparieren und ihre Funktionsfähigkeit zu sichern. Sie würden auch in den nächsten Wochen noch benötigt. Zusätzlich werden neue Geräte erforderlich und müssen Dienstleistungen von externen Firmen bezogen werden. Diese Berater sind einer der Gewinner. Mittel- und langfristig errechnet die Studie 8,1 Mrd. $ Kosten vor allem für Banken und Finanzdienstleister, die vorübergehend oder auch dauerhaft neue Gebäude beziehen werden. Diese Kosten enthalten auch die teure Ausstattung der Arbeitsplätze mit Computern und Telefonen. Weitere 6 Mrd. $ kostet laut Studie der Ersatz und Wiederaufbau der Infrastruktur in den nächsten Jahren.

Kein Aufschwung in der IT-Branche durch die neuen Aufträge

Trotz des hohen Ersatzbedarfs erwarten Analysten für die IT-Branche eher eine Belastung aus der derzeitigen Flaute als einen Aufschwung durch die neuen Aufträge. Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognosen für mehrere Anbieter aus diesem Industriezweig bereits gesenkt. "Kurzfristig ist der Anschlag für die Branche eindeutig eine Belastung für den Absatz", heißt es bei J.P. Morgan. Profitieren könnten von dem Anschlag in erster Linie Unternehmen, die sich auf Datenrettung und Datensicherheit spezialisiert hätten. Auch Anbieter von Computer-Hardware, Videokonferenzen und Internetdienstleister könnten kurzfristig einen Nachfrageschub erwarten (siehe unten stehenden Artikel). Softwarefirmen würden von den Aufbauarbeiten dagegen kaum profitieren. Die Beratungsfirma Gartner erwartet, dass einige Unternehmen mehr in Datensicherheit investieren werden.

Obwohl zahlreiche Firmen auf den Ausfall ihrer Rechnersysteme vorbereitet waren, haben Spezialisten wie Comdisco Inc. und Sun Gard Data Systems Inc. viel zu tun. Deren Dienste werden benötigt, um überhaupt auf die gesicherten Daten zugreifen zu können. Comdisco betreut allein 40 New Yorker Unternehmen beim Wiederaufbau ihrer Informationstechnik.

Wie schnell die Schäden zumindest provisorisch behoben werden können, zeigte der örtliche Telekomanbieter in New York, Verizon, der - obwohl ein Umschaltwerk ausfiel - bereits neun Zehntel seiner Leitungskapazitäten im Zentrum von New York wieder hergestellt hat und so viel zur Wiedereröffnung der New Yorker Börse beitrug.

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