Firmen haben unterschiedliche Konzepte
Der Kampf ums digitale Wohnzimmer

Was bekommt man, wenn man Kabelmodems, Videorekorder, Stereoanlage und Computer miteinander kombiniert? Etliche Firmen versuchen dies gerade unter dem Einsatz von Zigmilliarden Dollar herauszufinden. Einig sind sie sich nur darin, dass es eine Verschmelzung dieser verschiedenen Komponenten zur digitalen Unterhaltungseinheit im Wohnzimmer geben wird.

ap SAN JOSE. Im Wettstreit stehen dabei fast gleichberechtigt Jungunternehmer und alteingessene Firmen. Es werden Verbündete gesucht und Allianzen geschmiedet, die manchmal auch alte Gegensätze überbrücken, und sei es nur, um die Risiken in diesem Markt zu vermindern. "Das Spiel ist offen für jeden", sagt Steve Perlman, der WebTV ins Leben rief. Mit WebTV, das kürzlich von Microsoft übernommen wurde, kann man am Fernseher durchs Internet surfen.

Perlman gründete jetzt Rearden Steel Technologies, wobei bislang nur bekannt ist, dass es dabei um ein Produkt im Bereich der digitalen Unterhaltung gehen soll. Interesse daran gibt es offenbar genug. Perlman gelang es innerhalb kurzer Zeit, Zusagen über 67 Mill. Dollar zu bekommen, und das, obwohl der Markt im Bereich der Finanzbeteiligungen nach dem Sturzflug der Aktien im Moment als angespannt gilt.

"Dutzende Mrd. Dollar werden derzeit in diesem Bereich in neue Techniken investiert", sagt Sean Badding, ein Analyst des Marktforschungsunternehmens Carmel Group. Dutzende Firmen aus den Bereichen Fernsehen, Computer-Hard- und-Software, Kabel- und Satellitentechnik sowie Unterhaltungselektronik versuchen gerade, ihre Claims abzustecken. Alle wollen bereit sein, wenn es um den nächsten digitalen Goldrausch geht, von dem jetzt schon die Rede ist.

Zielgruppe sind die rund 100 Mill. fernsehenden Haushalte in den USA. Den Marktforschern von Nielsen Media Research zufolge läuft der Fernseher in den Haushalten durchschnittlich acht Stunden, hinzu kommt bei vielen noch mindestens eine halbe Stunde im Internet. Angekündigt werden jetzt Geräte, die über das Kabel oder über Satellit einen Internet- und Fernsehzugang sowie einen digitalen Rekorder anbieten. Aber das ideale Gerät sollte auch noch Musik und Filme in den verschiedenen Formaten abspielen können, für E-Mails, Spiele und Online-Shopping geeignet sein: eine Art digitale Eier legende Wollmilchsau also.

"Dafür muss aber noch viel getan werden", sagt Andy Wolfe, Technikchef von SONICblue. Die Hürden sind in der Tat hoch. Bisherige Versuche mit einem interaktiven Fernsehen scheiterten in den USA, auch die digitalen Rekorder haben sich noch nicht durchgesetzt. WebTV gibt es schon seit vier Jahren, bisher hat es aber gerademal eine Mill. Kunden.

"Bislang gibt es noch keinen Sieger in diesem Markt", sagt Laurence Bloom von der Marktforschungsgesellschaft TechTrends. "Aber unsere Umfragen zeigen, dass es in Richtung einer einzigen Box geht. Die Leute wollen keine Gerätestapel und sie wollen keinen Kabelsalat hinter dem Fernseher."

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