Firmen in Dänemark, den USA und der Schweiz betroffen
Emprise schließt drei Auslandstöchter

Der am Frankfurter Neuen Markt gelistete Software- und IT-Beratungsspezialist Emprise trennt sich nach eigenen Angaben von verlustbringenden Unternehmensteilen, um die Ergebnisbelastung zu reduzieren.

dpa HAMBURG. Die Aufräumarbeiten bei der angeschlagenen Hamburger Emprise-Gruppe gehen weiter. Einen Tag nach der Auswechslung des Aufsichtsrats gab Emprise am Dienstag bekannt, dass drei Auslandstöchter in Dänemark, den USA und der Schweiz geschlossen werden, um das Risiko möglichst gering zu halten. Damit würden allein 30 Prozent der Verluste des Vorjahres vermieden. Die drei genannten Tochtergesellschaften hätten im Geschäftsjahr 2000 bei einem gemeinsamen Umsatz von 10,6 Mill. DM einen Verlust von 10,2 Mill. DM verbucht, teilte das Unternehmen mit. Obwohl es gelungen sei, diese Verluste im ersten Quartal 2001 im Vergleich zum Vorquartal deutlich zu reduzieren, habe sich Emprise zur Schließung der Gesellschaften entschlossen, um das Risiko zu minimieren. Emprise ist Dienstleister in der Informationstechnik und Software-Anbieter mit 400 Beschäftigten.

Emprise verkauft Mediascape Aktien

Zudem habe Emprise 750 000 Aktien der Hamburger Mediascape Communications AG zu einen ungenannten Preis an eine Investorengruppe verkauft, schreibt das Unternehmen weiter. Dadurch sinkt die Emprise - Beteiligung an dem Verlustunternehmen von 52,4 auf 37,8 Prozent und muss nur noch anteilig in der Bilanz aufgeführt werden. Damit seien weitere 30 Prozent des Konzernverlusts aus den Büchern.

Die Emprise-Aktie reagierte auf die Veröffentlichungen mit einem Kursfeuerwerk und legte bis zum Mittag um mehr als 20 Prozent auf etwa 4,20 Euro zu. Durch den Verkauf der mediascape-Anteile fließen Emprise erhebliche liquide Mittel zu, mit denen die Verschuldung zurückgeführt und das weitere Wachstum finanziert werden könne, heißt es in der Mitteilung. Vom zweiten Quartal 2001 an werde das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben.

Emprise, deren Aktie einst 245 Euro kostete, hat im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 85 Mill. DM einen Verlust von 38 Mill. DM erwirtschaftet. Der Aktienkurs stürzte unter zwei Euro und das Grundkapital ist aufgezehrt. Das Unternehmen hat jedoch stets alle Berichte über eine drohende Insolvenz zurückgewiesen. Die Aktionäre erhalten bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Mai Gelegenheit, die Ergebnisse des Unternehmens zu diskutieren.

Händler werten die Trennung von den Verlustbringern postiv

Händler werteten die Trennung von den Verlustbringern postiv. Emprise konzentriere sich damit auf das Kerngeschäft. "Es könnte möglich sein, dass Emprise bei einem freundlichen Marktumfeld die Kurve schafft. Das Gröbste dürfte überstanden sein", sagte ein Händler. Die aktuellen Kursgewinne dürften allerdings nicht überbewertet werden.

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