Firmen offenbar abgesichert
DIW: Starker Euro hat 2003 kein Einfluss aufs Wachstum

Der jüngste Anstieg des Euro auf fast 1,10 Dollar dürfte das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch nicht bremsen. "In diesem Jahr werden wir wohl beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch nichts von dem Euro-Anstieg sehen", sagte die DIW-Außenhandelsexpertin Sabine Stephan am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Reuters BERLIN. Viele Exporteure seien bereit, einen Teil des Euro-Anstiegs durch Preissenkungen zu kompensieren. "Die Firmen werden sich hüten, in der derzeitigen Konjunkturlage die Wechselkursänderung 1:1 an ihre Kunden weiterzugeben", sagte Stephan.

Viele Firmen hätten außerdem mit dem Euro-Anstieg gerechnet und sich für diesen Fall abgesichert. Die politischen Spannungen zwischen den USA und Deutschland dürften sich ebenfalls kaum auf den Export in die USA auswirken, sagte Stephan.

Der Präsident des Bundesverbands des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner, hatte gesagt, der steigende Euro-Kurs bereite dem deutschen Außenhandel zunehmend Sorge. Auch die Bundesregierung äußerte sich besorgt über den vorübergehenden Euro-Anstieg auf 1,10 Dollar. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte, alle Kräfte in Deutschland müssten daher verstärkt zusammenarbeiten, um der Wirtschaft zu neuem Wachstum zu verhelfen.

Volkswirte sehen die besorgten Stimmen aus der Wirtschaft überwiegend gelassen. "Das ist wahrscheinlich eher ein Signal an die Regierung vor der Schröder-Rede zur Lage der Nation am 14. März, dass Hilfe für deutsche Firmen eine hohe Priorität haben sollte", schrieb Stephen Webster von 4Cast in London in einem Kommentar zur Äußerung Börners. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will Ende kommender Woche in einer Regierungserklärung Grundzüge der angekündigten Reformen präsentieren.

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