Firmengelder für private Zwecke missbraucht
Adelphia-Gründer wegen Diebstahls verklagt

Das New Yorker Konkursgericht hat am Montag Klage gegen den Gründer des Kabelunternehmens Adelphia Communications, John J. Rigas, sowie zwei seiner Söhne und zwei frühere Manager angestrengt. Die Beschuldigten hätten hunderte Millionen Dollar an Firmengeldern gestohlen, hieß es.

HB/dpa NEW YORK. Rigas, der frühere Vorstandsvorsitzende, und seine Söhne Timothy und Michael sollen mehr als zwei Milliarden Dollar Schulden verschleiert und Firmengelder für private Zwecke missbraucht haben. Timothy war Finanzvorstand und Michael für das operative Geschäft verantwortlich gewesen. Sie waren am 24. Juli festgenommen worden.

Die Anklage erfolgt knapp zwei Wochen nach der Anklage des früheren Chefs des Mischkonzerns Tyco, Dennis Kozlowski, wegen Aktienbetrugs. Seit der Enron-Pleite im Dezember gehen die Behörden aggressiv gegen Wirtschaftskriminalität vor. Angeklagt wurden unter anderem die Spitzenmanager des Biotechnologieunternehmens Imclone Inc und des Telekom-Konzerns Worldcom.

Adelphia, das sechstgrößte Kabelunternehmen, hat nach sieben Jahresverlusten in Folge im Juni den Gläubigerschutz unter Kapitel Elf des US-Konkursrechts beantragt. Das Unternehmen hat Schulden in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar.

Mitangeklagt wurden Adelphias früherer Vize-Finanzvorstand, James R. Brown (40) und Michael C. Mulcahey (45), ein leitender Mitarbeiter der Finanzabteilung. Rigas ist 87 Jahre alt, die Söhne Michael und Timothy sind jeweils 48 und 46.

Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities & Exchange Commission) forderte im Juli mehr als eine Milliarde Dollar zurück, die die drei für Aktienkäufe, für die Rückzahlung von Maklerschulden und für Immobilienkäufe entwendet haben sollen.

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