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Firmensterben am Neuen Markt geht weiter

Mit dem Medienkonzern Kinowelt hat am Mittwoch ein weiteres Unternehmen, das ehemals als Star am Neuen Markt gehandelt worden war, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

hof/jojo/lü DÜSSELDORF. Insgesamt 20 Gesellschaften zählt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform, die das Wachstumssegment der Börse verlassen mussten oder demnächst ausscheiden, weil sie sich finanziell übernommen haben. Ein Teil der Firmen zeichnete sich durch völlig überdimensionierte Ausgaben für das Marketing aus, meinte Creditreform-Geschäftsführer Helmut Rödl gegenüber dem Handelsblatt. Zunehmend unter Druck geraten besonders Medienfirmen. Erst im Frühjahr war die EM.TV Merchandising AG unter ihrer Schuldenlast zusammengebrochen.

Auch die Trickfilm RTV AG-Produzentin konnte sich nur dadurch einem drohenden Insolvenzverfahren entziehen, indem sie Filmrechte an ihre Muttergesellschaft, den Spieleverlag Ravensburger, verkaufte. Im Fall der Kinowelt Medien AG hatte die niederländische Bank ABN Amro Kredite von rund 140 Mill. DM gekündigt. Kinowelt hofft trotz des nun eingeleiteten Insolvenzverfahrens noch immer auf eine Einigung mit den Gläubigerbanken. Zum Amtsrichter habe man nur aus "haftungsrechtlichen Gründen" gehen müssen, hieß es gestern von dem Medienkonzern.

Gravierende Mängel in Sachen Rechnungslegung und Controlling attestiert Petra Krüll von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz manchen Unternehmen am Neuen Markt. An ein Ende des Firmensterbens in diesem Marktsegment glauben die Experten deswegen auch nicht für das Jahr 2002. Karl Fickel von der Fondsgesellschaft Lupus Alpha rechnet damit, dass etwa 10 bis 15 Prozent der aktuell knapp 330 notierten Unternehmen ausscheiden werden.

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