FIS Weltcup
Maria Riesch: Star auf Brettern

Nachwuchstalent Maria Riesch startet in ihre zweite Weltcup-Saison. Der Deutsche Skiverband steckt im Aufbruch.

HB SÖLDEN. Mit atemberaubenden Tempo saust sie durchs Ziel, öffnet das Visier ihres Helms und kann es kaum glauben: gewonnen. Keine neun Monate ist es her, seit Maria Riesch ihren ersten Weltcup-Erfolg in der Abfahrt feierte. Zwei weitere und der der dritte Platz im Gesamtweltcup folgten. Der neue Stern am deutschen Skihimmel war aufgegangen.

Am Samstag startet die 19-jährige Rennfahrerin in Sölden in ihre zweite Saison im Skizirkus. Bei weitem nicht mehr als unbekannte Neue, wohl aber weiterhin als unbekümmertes Talent, das zwar über Nacht zum Shootingstar aufstieg, aber nicht die Bodenhaftung verloren hat. Sie sieht den ganzen Rummel um ihre Person gelassen und bleibt zielstrebig: "Ich weiß, dass die letzte Saison kaum zu toppen ist. Aber klar ist der Gesamt-Weltcup Thema."

Von dem Druck von außen lässt sie sich nicht beeindrucken. Wenn es gut läuft, will sie einige Rennen gewinnen. Wenn nicht, ist sie eben sauer auf sich selbst. Unabhängig davon, wie die bevorstehenden Monate laufen werden: Riesch gilt schon jetzt als neue Katja Seizinger.

Frech und selbstbewusst ist die Athletin vom SC Partenkirchen an der internen Konkurrenz des Deutschen Skiverbandes (DSV) vorbeigezogen. Hat die Routiniers Hilde Gerg und Martina Ertl abgehängt. Und das nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Riesch kassierte auf Anhieb 246 000 Euro an Siegprämien vom Verband und aus Preisgeldern der Weltcup-Veranstalter. Wie viel Geld nebenbei noch aus Werbeeinnahmen und Prämien der Sponsoren auf ihr Konto geflossen ist, ist nicht bekannt. Es wird einiges sein. Denn das junge, unverbrauchte Gesicht der blonden Dame lassen sich nicht nur Audi und Redbull, sondern auch Fernsehserien wie Marienhof einiges kosten.

Athleten wie Riesch sind die Ausnahme

Doch für die 19-Jährige ist das Geld nur ein positiver Nebeneffekt. Grundsätzlich geht es ihr um sportlichen Erfolg. Und den hat auch der Deutsche Skiverband vor Saison fest im Blick. DSV-Alpinchef Walter Vogel ist nicht nur mit der Vorbereitung seines Top-Trios Riesch, Gerg und Ertl zufrieden: "Wir starten optimistisch in die Saison. Bis auf kleinere Blessuren blieben die Teams der Männer und Frauen von Verletzungen verschont." Einzig Rieschs Vereinskollege in Partenkirchen, Felix Neureuther, musste wegen einer Herzbeutelentzündung eine sechswöchige Trainingspause einlegen. Der Rest der Mannschaft ist fit. Bei den Frauen "hoffen wir, auf den beachtlichen Ergebnissen des letzten Winters aufbauen zu können." Die Ziele von Sportführung, Trainern und Aktiven sind klar: eine der Weltcup-Kristallkugeln soll her. Allerdings warnt er davor, von den jungen Rennläufern "Wunderdinge" zu verlangen.

Geduld bedarf es auch, die "Defizite, die wir in der Breite der Nachwuchskader zweifelsohne haben" systematisch aufzuarbeiten, sagt Vogler. In Bayern ist mit diesem Schuljahr ein Projekt angelaufen, bei dem 15 Schulen als "Partnerschulen des Wintersports" fungieren. Schule und kontinuierliches Training sollen dort miteinander vereinbart werden - schon bevor die Talente später an die Sportgymnasien gehen.

Denn Athleten wie Maria Riesch sind die Ausnahme. Allerdings kam auch sie nicht aus dem Nichts. Fünf Mal war sie Juniorenweltmeisterin, bevor sie sich bei den Großen behauptete. Darüber hinaus steht sie seit ihrem dritten Lebensjahr auf den Brettern, die für sie die Welt bedeuten. Seit dem Abitur im Sommer 2003 konzentriert sich die Partenkirchenerin auf ihren Sport. Selbst im Sommer quälte sie sich im Kraftraum und auf dem Rad: "Ich hatte genug davon, dass Bundestrainer Wolfgang Maier Defizite im Kraft und Konditionsbereich ausmachte." Konsequent. Genauso unbarmherzig wird sie ihren Gegnern entgegentreten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%