Fischer für mehr europäisches Engagement im Nahen Osten
Israel entsendet zusätzliche Truppen ins Westjordanland

Als Reaktion auf palästinensische Angriffe gegen jüdische Siedler will die israelische Armee weitere Einheiten ins Westjordanland verlegen. Die Truppen sollten in zivil auftreten und überraschend Straßensperren einrichten sowie Passanten kontrollieren, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Freitag.

afp JERUSALEM. Andere Soldaten in Uniform sollten die bestehenden Patrouillen verstärken und Präsenz demonstrieren. Im Mai waren im Westjordanland zehn Israeli getötet worden, davon sieben durch Schießereien auf offener Straße. Zuletzt war am Donnerstag ein jüdischer Siedler von Palästinensern erschossen worden.

Palästinenser feuerten am Freitag Granaten auf eine jüdische Siedlung im Gazastreifen. Nach israelischen Militärangaben gingen vier Geschosse auf unbewohntem Gebiet am Rande der Siedlung Schlav nieder. Die Armee schoss nach eigenen Angaben nicht zurück. Damit habe sie sich an die Regierungs-Anweisung zur "Zurückhaltung" gehalten, hieß es.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) sprach sich unterdessen für ein stärkeres europäisches Engagement in der Krisenregion aus. Er wolle mit seinem am Freitag beginnenden fünftägigen Besuch die Bemühungen von EU-Chefdiplomat Javier Solana für ein Ende der Gewalt unterstützen, sagte Fischer am Freitag dem Bayerischen Rundfunk. Die Bundesregierung wolle in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern und den Vereinigten Staaten dazu beitragen, dass die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch zurückkehrten. Eine deutsche Vermittlerrolle wies Fischer allerdings zurück. Es dürfe nicht vergessen werden, dass Deutschland eine "besondere, historische Beziehung zum Staate Israel" habe. Er wolle jedoch dazu beitragen, "dass die internationalen Vermittlungsbemühungen flankiert und positiv verstärkt werden".

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