Fischer: "Imageschaden"
Abgesagtes Ski-Rennen erhitzt die Gemüter

Nach der Absage der für Anfang März 2003 geplanten alpinen Weltcupwettbewerbe der Damen in Garmisch-Partenkirchen ist zwischen den Organisatoren und dem Deutschen Skiverband (DSV) ein Streit ausgebrochen.

HB/dpa MÜNCHEN. "Wir sind sauer auf den Verband. Wir werden nur dann informiert, wenn das Kind im Brunnen ist. Der Imageschaden ist sehr gewaltig. Der deutsche Skisport hat gelitten, aber natürlich auch Garmisch-Partenkirchen", sagte Peter Fischer, OK-Chef der Rennen im Olympia-Ort von 1936, am Montagabend in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Fernsehens.

Der DSV hatte die beiden Super-G-Rennen aus finanziellen Gründen an den Internationalen Skiverband (FIS) zurückgegeben. Da RTL und "KirchMedia" als Inhaber der TV-Rechte kein Interesse an den alpinen Rennen zeigten, hätte der DSV für Kosten in Höhe von 350 000 ? selbst aufkommen müssen. Laut DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller hätte dies untragbare Einschnitte in den Haushalt bedeutet.

"Das schmerzt uns natürlich auch, aber es wäre zu einfach zu sagen, es liege nur am Fernsehvertrag. Die wirtschaftliche Lage führt dazu, dass Rennen schwer zu vermarkten sind", sagte Pfüller. Zur Sicherung der ebenfalls noch nicht vermarkteten Damen-Rennen in Bischofswiesen (5./6. Januar) und der Herren-Wettbewerbe in Garmisch- Partenkirchen (22./23. Februar) kommt der Verband bereits mit 1,2 Mill. ? auf.

Laut Fischer wäre eine Austragung der Rennen möglich gewesen, sofern der DSV nicht auf seinen mit rund 15 Mill. ? jährlich dotierten Globalvertrag mit RTL bestanden, sondern den Veranstaltern in Garmisch-Partenkirchen freie Hand gelassen hätte. "Wir können uns vermarkten, wir können einen Vertrag machen", sagte Fischer, der besonders im Hinblick auf die Bewerbung um die Ausrichtung der Ski-WM 2009 Nachteile für die Oberbayern fürchtet.

Auch bei der sportlichen Leitung im DSV stößt die Absage auf Unverständnis. "Da war natürlich schon Hohn und Spott über uns, dass der große DSV nicht mal die Rennen stattfinden lassen kann", sagte Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier.

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