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Fischer ruft Zentralasien zu Stabilität und Frieden auf

Zum Abschluss seiner Reise durch Zentralasien und den südlichen Kaukasus hat Bundesaußenminister Joschka Fischer die Region zu Frieden und Stabilität aufgerufen.

dpa TASCHKENT. Die "Nachbarregion Europas" müsse auf Dialog und Kooperation setzen, betonte Fischer am Mittwoch in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.

Fischer sagte nach seinen Gesprächen mit Präsidenten Islam Karimow und Außenminister Abdulasis Kamilow Usbekistan den Ausbau der Beziehungen "auf allen Ebenen" zu. Darauf lege Deutschland großen Wert. Beide Seiten sprachen von sehr offenen Gesprächen und einem erfolgreichen Besuch.

Der deutsche Außenminister hatte zuvor Aserbaidschan und Kasachstan besucht. In allen drei Ländern betonte er die Bedeutung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Konfliktbewältigung und forderte verstärkte Zusammenarbeit.

Vor seinen offiziellen Gesprächen in Taschkent hatten - wie auch schon in Aserbaidschan und Kasachstan - Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Journalisten scharfe Kritik an der Regierung geübt. Die Menschenrechte würden verletzt, und es gebe erhebliche Demokratie-Defizite, sagten Sprecher.

Fischer hat sehr offen über die Menschenrechte gesprochen

Die Menschenrechtlerin Mahuba Kassimowa, die erst vor einem Monat aus dem Gefängnis entlassen wurde, erzählte Fischer eindrücklich von ihrem Schicksal. Sie sei verhaftet und in 15 Minuten verurteilt worden. Grund sei ihr Engagement für Menschenrechte gewesen. Sie sei gefoltert worden. "Der Besuch von Madeleine Albright und der Druck vieler internationaler Organisationen hat zu meiner Freilassung geführt", sagte Kassimowa. Fischer versicherte den Menschenrechtsorganisationen, Deutschland werde sie nicht im Stich lassen.

Fischer sagte, er habe sehr offen mit der Regierung über Menschenrechte gesprochen. "Aber ich möchte jetzt nicht in Einzelheiten gehen", sagte er auf Fragen nach der Menschenrechtlerin Olga Urlajewa. Die Frau wurde vor kurzem von der Miliz festgenommen, in eine psychiatrische Anstalt gebracht und wird seitdem zwangsmedikamentiert.

Kamilow versicherte, seine Regierung werde die Presse- und Meinungsfreiheit weiter ausbauen. "Wir haben nicht nicht das Niveau erreicht, das Sie haben", sagte er. "Aber wir brauchen das." Dabei würde sich Usbekistan gerne von internationalen Organisationen unterstützen lassen.

Fischer wird nach einem Abstecher nach Samarkand, dem "Paradies des Orients", das direkt an der alten Seidenstraße liegt, weiter nach Peking fliegen. Am Freitagabend wird er in Berlin zurückerwartet.

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