Fishers Zwischenruf
Kein Grund zur Sorge

Die Angst vor der Inflation geht um: steigende Teuerungsraten und explodierende Ölpreise sorgen derzeit für Unruhe. Ist die Lage jedoch wirklich dramatisch? "Entspannen Sie sich!" sagt Ken Fisher , Gründer von Fisher Investments.

Sollten Sie sich fürchten? Deutsche Medien titeln: "Inflationsalarm!". Zentralbanker wie Bundesbankchef Axel Weber warnen vor steigenden Teuerungsraten und anziehenden Ölpreisen. Entspannen Sie sich! Die Märkte fürchten keine Inflation. Und das sollten Sie auch nicht.

Wäre die Gefahr real, würden wir global steigende langfristige Zinssätze beobachten. Wenn Märkte höhere Inflation erwarten, verlangen Investoren höhere Zinsen für das Geld, das sie langfristig verleihen. Doch die globalen Zinssätze bleiben auf einem historisch niedrigen Stand - ein Signal, dass die Märkte keine steigenden Inflationsraten erwarten. Die BIP-gewichteten globalen langfristigen Zinssätze sind seit Juni um mehr als einen halben Prozentpunkt gefallen; ähnlich sieht es in Deutschland aus. Dort sind es volle zehn Prozent des Basiszinssatzes.

Warum sollten die Deutschen globale Zinssätze beachten? Weil heute die Inflation und die langfristigen Zinssätze globale Auswirkungen haben, und Länder sich ähnlicher entwickeln als man denkt. Die Industrienationen rücken zusammen und fangen die Schwankungen untereinander auf. Solange die globalen Zinssätze niedrig bleiben, können Euro-Zinssätze nicht allzu sehr steigen - und umgekehrt! Die Zinssätze selbst werden Sie rechtzeitig vor Inflation warnen.

Was ist mit den steigenden Ölpreisen? Treiben sie die Inflation? Nein! Die Leute glauben, Inflation ist, wenn bestimmte Preise steigen - wie etwa Öl, Milch oder Butter. Falsch! Das ist keine Inflation. Inflation entsteht durch einen globalen Überschuss an Liquidität, der von der Weltwirtschaft nicht aufgenommen wird und dadurch die Durchschnittspreise in die Höhe treibt. Höhere Ölpreise erhöhen die Geldmenge nicht. Nur Zentralbanker wie Axel Weber können das. Im Übrigen können höhere Ölpreise woanders ausgeglichen werden - durch günstigere Importe oder bessere Technologie. Merke: Die Preise für viele Güter fallen, zum Beispiel für Elektronik oder Kleidung. Globalisierung ist großartig!

Erst wenn die langfristigen Zinssätze drastisch steigen, sollten Sie sich Sorgen machen. Aber bis dahin ist das Thema Inflation kein Grund zur Unruhe, egal, was in den Schlagzeilen steht.

Vertrauen Sie den Märkten, weniger den Zentralbankern und den Schlagzeilen.

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