Fishers Zwischenruf
Mengen an Liquidität

Die täglich neuen Hiobsbotschaften aus der internationalen Finanzbranche schüren die Ängste an den Märkten. Doch dies ist keine Kreditkrise - und aus den heutigen Abschreibungen könnten bald Gewinne werden.
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Steht die Welt durch Amerikas Subprime-Krise vor dem Kollaps? Nein - Leute sorgen sich, dass Amerikas Krise die Aktienmärkte 2008 zum Absturz bringen wird, so wie sie die Asienkrise 1998 gefürchtet haben. Doch boomten große Aktien 1998 trotz einer großen Marktkorrektur! Das werden sie auch diesmal bald wieder tun.

Heute fürchten Leute, dass Subprime-Verluste Banken versenken, die Wirtschaft ruinieren und einen andauernden Bärenmarkt verursachen werden. Ist der Untergang von Bear Stearns nicht Beweis genug? Nicht wirklich. Man beachte, dass JP Morgan Bear Stearns letztlich zum fünffachen ursprünglichen Preis der Mussheirat kauft - ein Zeichen, dass die Probleme nicht wirklich so schlimm waren. Es gibt ausreichend Liquidität für große, höher bewertete Unternehmen - nur nicht für kleinere. Heute werden die Subprime-Abschreibungen im schlimmsten Fall auf insgesamt 185 Mrd. Euro geschätzt. Doch allein im März injizierte Amerikas Notenbank 175 Mrd. Euro an neuer Liquidität. Seit Dezember injizierten globale Zentralbanken 233 Mrd. Euro - mehr Gesamtliquidität als im schlimmsten zu befürchtenden Fall!

Man erinnere sich, diese Vermögensabschreibungen sind keine realisierten Verluste. Es sind einfach Buchhaltungskorrekturen, um mit schwer zu bewertendem Vermögen umzugehen. Viele Leute fürchten hypothekengestützte Sicherheiten, doch die zugrundeliegenden Hypotheken sind in der Mehrheit stabil. Tatsächlich sind es die strukturierten Wertpapiere, die die Leute fürchten!

Es ist so, als ob man ein Auto aus BMW - und Mercedes-Teilen bauen und es einen Yugo nennen würde. Ganz egal wie gut die Teile sind, die Leute wollen trotzdem keinen Yugo. Wenn die Produkte auseinandergebaut und als Teile verkauft werden, oder wenn die zugrundeliegende Schuld getilgt ist (wie es das Meiste irgendwann sein wird), könnten aus den jetzigen Buchverlusten der großen Finanzunternehmen zukünftige Gewinne werden.

Dies ist keine Kreditkrise - es ist eine Kreditumlenkung. Überdurchschnittlich große Unternehmen schwimmen mehr denn je in Liquidität. Dies ist eine typische, angstgesteuerte Korrekturgeschichte. Bald wird diese vorüber sein und große Aktien sollten boomen.

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