Fishers Zwischenruf
Rettung für die Autos

Bei der absehbaren Rettung der US-Autoindustrie ist viel von Traditionsherstellern die Rede, die man nicht untergehen lassen dürfte. Wie soll Deutschland vorgehen? Hat es Sinn, die Autobranche mit massiven staatlichen Mitteln zu stützen?

Sollte Deutschland seine strauchelnde Autoindustrie retten? Schweden hat 4,6 Mrd. Euro in Saab und Volvo gesteckt, obwohl die Unternehmen zu Ford und GM gehören. Amerika diskutiert endlos über eine viel größere Summe zur Rettung von GM, Ford und Chrysler auf Basis staatlicher Beteiligungen an den Unternehmen. Warum sollte man nicht auch etwas für Porsche, Volkswagen oder Mercedes tun? Weil das dumm wäre! Schweden und Amerika helfen nicht. Im Gegenteil, sie schaden der Autoindustrie nur.

Seit Jahrzehnten hängt die globale Autoindustrie den Märkten hinterher und reagiert nur zögerlich. Sie ist nicht die erste große Industriesparte in der Geschichte, die das tut. Die Stahlindustrie, die Luftfahrtgesellschaften, die chemische Industrie, die Telefon-Unternehmen und vor langer Zeit auch die Pferdekutschen - sie alle erlebten einen langen, langsamen Niedergang.

Wir haben in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts gelernt, dass teil-staatliche Unternehmen ineffizient sind und nicht wachsen, sondern hinterherhinken und immer noch mehr öffentliche Gelder verschlingen. Das ist genau der Grund, warum sie reprivatisiert wurden. Und das war gut so. Wenn Regierungen Geld in Unternehmen stecken, versehen sie diese auch immer mit Restriktionen. Die Autofirmen brauchen nicht noch mehr Regulierungen, im Gegenteil, sie brauchen weniger. Nur so werden diese Firmen für gute Manager interessant. Und solche hatten die Autofirmen zuletzt zu den Zeiten der Dinosaurier - denn sie selbst sind Dinosaurier.

Wenn die Autofirmen nicht in ihren Herzen die Angst vor dem Bankrott spüren können, werden sie nie ihre Abneigung gegen Innovation überwinden. Wenn irgendeine Regierung ihnen helfen will, kann sie es nur wie folgt tun: den Autofirmen aus dem Weg gehen und das Geld, was sie sonst in die Autofirmen stecken würde, in Form von "Auto-Konsum-Gutscheinen" an die Bevölkerung verteilen. Solch einen Scheck könnten die Deutschen gut gebrauchen, aber nur für den Kauf eines neuen Autos. Wenn die ökonomisch gebeutelten Deutschen wirklich Autos kaufen wollen, haben sie so den Extra-Anreiz, der ihnen den Kauf finanziell möglich macht. Wenn die Bevölkerung keine Autos kaufen will, dann ist das Geld, mit dem die Regierung die Autofirmen rettet, komplett verschwendet.

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