Fishers Zwischenruf
Was ist mit Georgien?

Die russische Börse ist in den vergangenen drei Monaten stark eingebrochen. Hintergrund ist neben einem sinkenden Ölpreis auch der militärische Konflikt mit Georgien. Anleger sind verunsichert. Werden die politischen Spannungen auch andere Aktienmärkte nachhaltig belasten?

Versteht Russland den olympischen Geist nicht? Deutsche fürchten, dass Russlands ungelegener Einmarsch in Georgien höhere Ölpreise und niedrigere Aktienkurse bedeutet. Man weiß nie, was Russland tun wird, doch sollte man nicht befürchten, dass es die Aktienmärkte niedermachen wird.

Was ist mit der BTC-Pipeline? Sie befördert 1,2 Prozent des Weltölbedarfs! Pipelines werden oft unterbrochen, doch Öl lässt sich sowieso leicht transportieren - geht eine Pipeline kaputt, holt man mehr aus einer anderen Quelle. Klar, die Versorgung ist kurz unterbrochen, und die Ölpreise steigen. Doch nur kurzfristig - und die Akteure an den Aktienmärkten durchschauen dies. Würde Russland die Pipeline an sich reißen, würde es dann das Öl ebenso sehr verkaufen wollen, wie Europa es kaufen will. Man beachte: Die Öl- und Erdgaspreise sind gefallen, seitdem die Panzer rollten - die Märkte fürchten dies nicht.

Doch fallende Bomben sind beängstigend. Zeit, sich in Bargeld zu verstecken? Die Geschichte sagt: Nein! Spannungen zwischen Russland und seinen Nachbarn sind nichts Neues. Und historisch gesehen sind geopolitische Unruhen nicht vorhersehbar - kurzfristig gehen Aktien rauf, runter oder seitwärts. In den vergangenen Jahren konnten wir einen Thai-Putsch, einen Irakkrieg, einen nordkoreanischen Atomtest, eine ermordete pakistanische Präsidentschaftskandidatin, israelische und palästinensische Konflikte sowie Terroranschläge in London und Madrid beobachten - während Aktien global anstiegen.

Könnte dies ein längerer Konflikt sein? Hoffentlich nicht - aber sorgen Sie sich nicht um Aktien. Historisch gesehen werden Aktien aufgrund der Unsicherheit vor einem Krieg heruntergedrückt, steigen aber wieder, wenn die Kugeln fliegen - so stiegen 2003 globale Aktien um 41 Prozent, als die Bomben auf den Irak fielen.

Es gibt immer irgendwo bewaffnete Konflikte - eine bedauerliche Tatsache. Normalerweise haben sie nichts mit globalem Wirtschaftswachstum oder Aktienpreisen zu tun. Niemand kann die nächste Unruhe vorhersagen, und man kann darauf nicht setzen - versuchen Sie es nicht. Würde man in dauernder Angst leben, so würde man nie investieren und die besseren langfristigen Erträge der Aktien verpassen.

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