Fishers Zwischenruf
Wiedersehen mit 1998

Brauchen Sie eine historische Parallele für den heutigen Markt? Die meisten Leute denken an 1930 und einen üblen Bärenmarkt. Ich denke an 1998: Kreditängste, krisengeschüttelte Finanzwerte, riesige Schwankungen, und große, globale Aktienerträge.
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Damals wie heute fürchteten Leute, dass ein Zusammenbruch der Kreditmärkte andere Probleme auslöst. Doch 1998 stiegen der S&P 500 um 28 Prozent, der DAX um 17 Prozent. Weltweit gab es ein Plus von 22 Prozent.

Anfang Januar 1998 implodierten die Aktien als Reaktion auf befürchtete Folgen der Asienkrise - minderwertige asiatische Kredite platzten. Heute ist es die amerikanische Subprime-Krise. Damals fürchteten viele den Absturz der Weltwirtschaft durch die Schwäche asiatischer Währungen - doch das passierte nicht. Damals war der Dollar stark, US-Aktien führten die ausländischen Märkte an, und die Technologie dominierte. Jetzt ist es umgekehrt: Der Dollar ist schwach, ausländische Aktien führen und Emerging Markets dominieren. Credit Spreads vergrößerten sich 1997 aus Angst vor einer Ausbreitung der Asienkrise: Den größten, sichersten Unternehmen wurden hauptsächlich Kredite zugeteilt, und Kreditnehmer minderwertiger Qualität schauten in die Röhre. Heute wiederholt sich das - Risikokreditnehmer wurden im letzten Sommer hinausgedrängt, insbesondere im Markt für Geldmarktpapiere. Doch Large Caps wie Exxon und Siemens können heute mehr leihen als zuvor.

Wie 1998 sollten Sie sich auf die größten Aktien konzentrieren. Heute gibt es nur 81 globale Aktien, die größer sind als der durchschnittliche gewichtete Börsenwert von US 81 Mrd Dollar. Komischer Zufall: nur sechs davon in Deutschland. Kaufen Sie jetzt groß und nur groß. Wir sind nun in der letzten Etappe eines letztlich sieben oder acht Jahre währenden Bullenmarkts - einer typischerweise von den Large Caps beherrschten Periode.

Mit stärker werdenden großen Aktien, sowie Schwächeren, die ins Hintertreffen geraten, könnte es sein, dass wir 2008 einen geteilten Markt sehen. Seien Sie nicht überrascht, wenn die Größten gut laufen, während kleine Aktienindizes wie der SDAX schlecht laufen. Dieser Kontrast wird technische Analysten verrückt machen, da sie Märkte mit einer schwachen Marktbreite, mit mehr Verlierern als Gewinnern hassen. Ignorieren Sie technische Analysten. Setzen Sie auf Groß!

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