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Fitch befürchtet schlimmstes Hurrikan-Jahr aller Zeiten

Das Jahr 2004 könnte nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch für die Versicherungsbranche die teuerste Wirbelsturm-Saison aller Zeiten werden. Der jüngste Hurrikan "Jeanne" habe möglicherweise bereits zum Überschreiten der Rekordmarke von 22 Mrd. Dollar aus dem Jahr 1992 geführt, teilte Fitch mit. Die Versicherer könnten indes ihre Belastungen durch eine Erhöhung der Prämien kompensieren.

dpa-afx FRANKFURT. Das Jahr 2004 könnte nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch für die Versicherungsbranche die teuerste Wirbelsturm-Saison aller Zeiten werden. Der jüngste Hurrikan "Jeanne" habe möglicherweise bereits zum Überschreiten der Rekordmarke von 22 Mrd. Dollar aus dem Jahr 1992 geführt, teilte Fitch mit. Die Versicherer könnten indes ihre Belastungen durch eine Erhöhung der Prämien kompensieren.

Die Analysten verweisen auf Schätzungen des Versicherungsdienstleisters Property Claims Services, wonach der Hurrikan "Charley" für die Versicherungen Kosten von 6,8 Mrd. Dollar und "Frances" Kosten von 4,4 Mrd. Dollar verursachte. Die Prognosen für "Ivan" beliefen sich derzeit auf vier bis fünf Mrd. Dollar.

Grosse Spanne BEI 'Jeanne'

Die Ratingagentur räumt ein, dass die derzeitigen Prognosen für "Jeanne" noch weit auseinander liegen. Die Katastrophenrisiko-Experten der US-Gesellschaft Risk Management Solutions (RMS) hätten eine Spanne von vier bis acht Mrd. Dollar angegeben. Eqecat gehe von sechs bis 14 Mrd. aus. Bei Annahme einer mittleren Spanne von sechs bis zehn Mrd. Dollar ergebe sich für dieses Jahr bereits eine Schadensgröße von 21,2 bis 26,2 Mrd. Dollar.

Für die Versicherungen werde es schwierig, die Schäden aus "Frances" und "Jeanne" klar zu trennen, da die Wege der Hurrikans sich teils überschnitten hätten. So seien etwa die von "Frances" zerstörten Häuserteile zu Projektilen bei "Jeanne" geworden. Andererseits könne ein Haus nur einmal zerstört werden.

Liquidität Belastet

Die Auszahlung einer so großen Anzahl von Schäden innerhalb weniger Wochen könne bei einigen Versicherungen die Liquidität belasten. Eine Erhöhung der Kosten sei weniger zu befürchten, da die Unternehmen ihre Belastungen mittelfristig über Prämienerhöhungen ausgleichen könnten.

Bislang schlimmstes Branchenjahr war laut Fitch 1992 mit den Hurrikans "Andrew" und "Iniki". Dass vier Hurrikane in kurzer Zeit einen US-Bundesstaat (Florida) heimgesucht hätten, sei zuletzt 1 886 in Texas der Fall gewesen.

Die betroffenen deutschen Versicherungen Münchener Rück , Allianz und Hannover Rück haben sich bisher noch nicht zu den Belastungen durch den Hurrikan "Jeanne" geäußert. Das US-Investmenthaus JP Morgan senkte am Dienstag seine Empfehlung für Münchener-Rück-Aktien von "Overweight" auf "Neutral".

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