Fitness-Tips
Wenn der Berg ruft

Höhentraining, im Fitness-Studio simuliert, stärkt die Ausdauer und macht schlank.

Dagegen sind die Alpen ein Klacks: In einer Woche geht es ab in den Himalaja. Vier- bis fünftausend Meter will Andreas Patzak bewältigen. Damit er das schafft, kommt der 48-jährige Physiologe mehrmals die Woche in dieses 43 Quadratmeter große Glaskabuff, steigt aufs Trimmrad und tritt eine Stunde lang bei einem gleich bleibenden Puls von 140 in die Pedale. Dann plötzlich fällt ihm das Atmen schwerer, und sein Puls steigt an. Und das ist gut so.

In der Höhenkammer eines Berliner Fitness-Studios wird Bergluft simuliert: "Sie befinden sich auf 3 500 Metern Höhe", informiert ein Monitor an der Wand. Der Sauerstoffgehalt der Luft liegt bei knapp 13 Prozent, das sind 30 Prozent unter Normalwert. So muss es sich etwa anfühlen, wenn man nur noch 800 Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz des Matterhorns vor sich hat. Patzak: "Wer da oben Leistung bringen will, muss auch oben trainieren."

Nebenan auf dem Laufband trabt Frank Ries. Der 30-Jährige fühlt sich sehr viel fitter, seit er ein- bis zweimal die Woche bei 155 Pulsschlägen die Minute Höhenluft schnuppert. Die gefühlte Anstrengung ist geringer: Ries läuft langsamer, schwitzt weniger und muss dabei nur moderat keuchen. Ganz anders als draußen im Park! Außerdem habe er an Gewicht verloren. Hochgefühle in der Höhenkammer. Höhentraining - eine Art Fitness für Faule.

Bei körperlicher Anstrengung in sauerstoffarmer Luft wird der Organismus gezwungen, sich den veränderten Bedingungen anzupassen. Mit der Zeit will der Körper unter Sauerstoffmangel dieselben Leistungen erbringen wie unter gewohnten Bedingungen. Die künstlich erzeugte Höhenluft bewirkt, dass der Körper, um den Sauerstoffunterschied auszugleichen, mehr rote Blutkörperchen bildet. Das Blut kann in der Lunge eine größere Menge an Sauerstoff aufnehmen und in die Muskeln transportieren. Durch den Akklimatisierungsprozess verbessert der Athlet seine Ausdauer. So weit die Grundidee. Das Tolle: Der Leistungsschub bleibt angeblich auch im Flachland bestehen.

Mindestens zwei Wochen sollen sich die roten Blutkörperchen im Körper halten. Ein Effekt, von dem Ausdauersportler profitieren: Franziska van Almsick etwa verbrachte vor Olympia ein paar Trainingswochen in den Bergen. Legales Doping mit Höhenluft, das bei ihr während der Olympia bekanntlich nicht die richtige Wirkung entfaltete.

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