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FJH verbucht Gewinneinbruch - massive Kursverluste - Stellenabbau

Das Software- und Beratungshaus FJH hat im ersten Halbjahr 2004 einen Umsatz- und Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Das Unternehmen revidierte überdies seine Prognose für das Gesamtjahr und kündigte einen Stellenabbau an. Die Quartalszahlen hatten noch unter den Erwartungen der Analysten gelegen. Die Aktie verlor daraufhin stark und bildete das Schlusslicht im Tecdax .

dpa-afx MÜNCHEN. Das Software- und Beratungshaus FJH hat im ersten Halbjahr 2004 einen Umsatz- und Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Das Unternehmen revidierte überdies seine Prognose für das Gesamtjahr und kündigte einen Stellenabbau an. Die Quartalszahlen hatten noch unter den Erwartungen der Analysten gelegen. Die Aktie verlor daraufhin stark und bildete das Schlusslicht im Tecdax .

Die Erlöse seien von 60,2 Mill. ? im Vorjahr auf 35,6 Mill. ? gesunken, teilte das auf Software für Versicherungen spezialisierte Unternehmen am Donnerstag mit. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach von 12,6 Mill. ? im Vorjahreszeitraum auf minus 11,6 Mill. ? ein. Nach Steuern fiel nach einem Gewinn von 7,7 Mill. ? im Vorjahr ein Verlust von 7,7 Mill. ? an.

Die Sparprogramme der Versicherungen sowie die politisch unsicheren Rahmenbedingungen hätten für starke Zurückhaltung bei den IT-Investitionen gesorgt, sagte eine Sprecherin. Zwar sei im zweiten Halbjahr eine etwas bessere Auslastung zu erwarten, allerdings immer noch unterhalb der Erwartungen. Die bisherige Prognose fürs Gesamtjahr könne daher nicht eingehalten werden. Eine neue Vorhersage sei derzeit nicht möglich. "Die Marktsituation ist derzeit schwer einschätzbar."

Analysten Enttäuscht - Kurseinbruch

Analysten reagierten enttäuscht auf die Quartalsdaten. "Die Zahlen sind durch die Bank unter den Erwartungen", sagte ein Analyst am Donnerstag in Frankfurt. Überdies habe das Unternehmen einen schwachen Ausblick gegeben und Stellenabbau angekündigt. FJH sei mitten in einer Umbauphase, die aber im späten zweiten Halbjahr abgeschlossen sein dürfte.

Ein Analyst der Landesbank Baden-Württemberg bezeichnete die Daten als "erschreckend". "Die Zahlen liegen nicht nur unter meinen Prognosen, sondern auch unter denen meiner Kollegen", sagte Analyst Mirko Maier. "Es ist kein Boden erkennbar. Die Abwärtsspirale dreht sich weiter nach unten." Erst 2005 seien wieder positive Zahlen vorstellbar. "2004 wird sehr, sehr schlecht."

FJH-Aktien brachen zwischenzeitlich um mehr als 20 % ein. Bis 11.36 Uhr dämmte das Papier die Verluste etwas ein und notierte am Index-Ende bei 6,40 ? - immer noch ein Minus von 12,21 %. Zugleich gab der Tecdax um 0,39 % auf 445,50 Punkte nach.

Einsparungen UND Personalabbau

Wegen der schwachen Zahlen will das Unternehmen weiter sparen. Nach Angaben der Sprecherin sollen in diesem Jahr rund 200 so genannte Mitarbeiterkapazitäten abgebaut werden. Diese Zahl setze sich zusammen aus flexiblen Arbeitszeitmodellen, wie sie bereits seit Anfang 2004 genutzt werden, und Stellenabbau.

Wie viele Stellen wegfallen werden, konnte die Sprecherin nicht sagen. Derzeit werde noch mit den Betriebsräten verhandelt. Eine Entscheidung stehe noch aus. Daher sei auch die Höhe der einmalig anfallenden Belastungen noch nicht absehbar. Ende 2003 hatte FJH nach eigenen Angaben mehr als 1 000 Mitarbeiter beschäftigt.

FJH habe bereits seit Anfang des Jahres den Rotstift angesetzt, sagte die Sprecherin. So seien Sachkosten eingespart worden, der Vorstand und die Geschäftsführung hätten auf Teile ihres Gehaltes verzichtet. Früheren Angaben zufolge will FJH im Jahr 2004 rund neun Mill. ? einsparen.

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