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Flacher Handelsstart erwartet Wall Street dreht ins Minus

Die US-Märkte eröffnen freundlich, drehen dann aber einheitlich in die Verlustzone. Die Hoffnung auf steigende Kurse trieb die Markteilnehmer zunächst in die Gewinnzone. Nachdem der Nasdaq Index gestern die wichtige Widerstandslinie von 2250 Punkten genommen hat, zeigen sich die Anleger zunehmend zuversichtlich. Bei magerer Nachrichtenlange gehören die Aktien von Ciena und Cisco im frühen Handel zu den am meisten gehandelten Aktien.

Gute Nachrichten bei Cisco dürften den gesamten Telekom-Technologiesektor unterstützen. Die Analysten der Credit Suisse sind von einem Treffen des Managements zufrieden zurückgekehrt und empfehlen die Aktie von Cisco zum Kauf. Denn anscheinend investiert die Telekom-Industrie zunehmend wieder in Technologie, wenn auch nur tröpfchenweise. Diese Aussage, gekoppelt mit einigen anderen Indikatoren deuten auf eine sich abzeichnende Erholung in der Enterprise Hardware-Sparte. Ein Faktor, der den Aktienkursen zugute kommt und dafür sorgt, dass die sehr niedrigen Gewinnschätzungen übertroffen werden können. Die Credit Suisse hält an dem Kursziel von 25 Dollar fest, vermutet aber, dass der Kurs dank der erholten Stimmung bei Investoren dieses Niveau übersteigenden dürfte.

Ebenfalls zu den am meisten gehandelten Werten notiert am Morgen das Papier von Ciena. Ein Großauftrag von AT&T gibt dem Glasfaserausrüster Rückenwind. Ciena wird den Telekommunikationskonzern künftig mit Glasfaser-Netzwerkkomponenten versorgen. Dabei sollen Netze in Stadtgebieten ausgebaut werden, ein nach Experteneinschätzung boomender Markt. Für Ciena könnten sich durch den Auftrag weitere Geschäfte ergeben. Erst in der vergangenen Woche hat das Unternehmen einen Großauftrag von Tyco International im Wert von 150 Millionen Dollar bekommen. Allerdings sehen die Perspektiven für den Glasfaserbereich insgesamt nicht so rosig aus. Das Brokerhaus Sanford Bernstein geht davon aus, dass die Unternehmensausgaben für Glasfasertechnologie in 2001 um ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr zurückgehen werden.

Mit enttäuschenden Quartalsdaten belastete Staples den Einzelhandelssektor. Die Büroartikelkette erwirtschaftete im vergangenen Quartal einen Gewinn von neun Cents pro Aktie. Zwar konnte das Unternehmen die durchschnittlichen Analystenkommentare erfüllen, aber das Ergebnis im Jahresvergleich nicht verbessern. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Das Management hat die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr bestätigt. Im laufenden Quartal soll sich der Gewinn des Unternehmens jedoch wenig verbessern. Statt der ursprünglich geplanten 100 neuen Geschäfte sollen in den USA in diesem Jahr zehn Filialen weniger eröffnet werden. Die Einzelhandelsunternehmen Target und Kohl´s werden heute Abend Quartalsdaten melden.

Die Aktie von AOL notiert stärker. Das Onlineportal hat die Gebühren um 1,95 Dollar pro Monat erhöht. Insgesamt soll das Unternehmen durch die Preiserhöhung rund 35 Millionen Dollar zusätzlich einnehmen. Bereits Anfang Mai hatte das Management in Gesprächen mit Merrill Lynch angekündigt, dass man die monatliche Abo-Gebühren für den AOL Internetdienst problemlos um ein bis zwei Dollar anheben könnte. Sollte man sich für eine Preisanhebung entscheiden, würde man diese wahrscheinlich in einer saisonal flauen Zeit, wie den Sommermonaten, umsetzen. Darüber hinaus freut sich das Onlineportal über die künftige Zusammenarbeit mit der japanischen Mobilfunkgesellschaft NTT DoCoMo. Ab Anfang Juni wird das Joint Venture DoCoMo AOL an den Start gehen. Rund 23 Millionen Kunden werden über ihre Mobiltelefone Zugang zum Online-Dienst erhalten. Zunächst soll dies ein Vierteljahr lang kostenlos möglich sein, anschließend müssen sich die Nutzer bei AOL registrieren lassen. Der weltgrößte Online-Dienst verfolgt damit weiter die Strategie, sein Angebot auf mehreren Plattformen zu vertreiben. Bisher hat AOL in Japan keine große Rolle gespielt und das Geschäft mit dem Internet den Konkurrenten überlassen. Auch Internet-Portal Yahoo legt an Wert zu.

Medtronic, der weltgrößte Produzent von Herzschrittmachern, wird nach Handelsschluss Quartalsdaten melden. Die Analysten von ABN AMRO rechnen für das medizintechnische Unternehmen mit einem Gewinn von 30 Cents pro Aktie. Damit würde das Unternehmen den Gewinn im Jahresvergleich um über 15 Prozent steigern. Vor allem kardiologische Geräte könnten dem Unternehmen in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres steigende Gewinne bescheren. Die Analysten empfehlen die Aktie mit "hinzukaufen" und sehen das Kursziel bei 56 Dollar pro Aktie. Das Papier notiert im Plus.

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