Flacher Lautsprecher beschallt alle Winkel
Pioneer projiziert perfekten Surround-Effekt

Einen Lautsprecher, der einen Rundumklang im ganzen Wohnzimmer verwirklichen kann, hat die Firma Pioneer in Japan auf den Markt gebracht.

löh MÜNCHEN. Im boomenden Markt für das häusliche High-Tech-Kino ist das ein viel versprechendes Angebot. Echte Fans sind erst dann zufrieden, wenn sie das Gefühl haben, dass Tiefflieger durch den ganzen Raum düsen. Zwar gibt es bereits jetzt so genannte Virtual-Surround-Technologien, die den Klang von hinten simulieren. Doch lässt der Effekt noch zu wünschen übrig, weil Hall und Reflektionen der Wände den Effekt stören.

Beim "Digital Sound Projector" von Pioneer kommt nun der Klang aber tatsächlich von hinten und von den Seiten. Die Abstrahlung des flachen Lautsprechers mit insgesamt 254 Schallwandlern lässt sich extrem genau bündeln. Bis zu acht Schallkeulen werden über die Köpfe der Zuhörer hinweg geschickt. Diese hören den Ton erst, wenn er von der Rückwand reflektiert wird. Genauso erzeugt der Lautsprecher die Töne von der Seite.

Entwickelt hat die britische Firma 1Limited in Cambridge diese Technologie. Sie beruht auf dem Prinzip der Lautsprecher-Zeilen, die sonst nur bei der Beschallung von Großanlagen wie Flughäfen eingesetzt wird: Strahlen mehrere Schallwandler nebeneinander den gleichen Ton ab, breitet sich die Energie nicht mehr kreisförmig in alle Richtungen aus, sondern bildet eine Keule. Die Engländer haben das Prinzip nun digitalisiert und verfeinert, so dass sie die Ausbreitung per digitaler Zeitverzögerung in jede Richtung steuern können.

Das Problem ist freilich, dass jeder Raum anders ist. Pioneer hat hierfür ein Einmess-System parat, das bisher bei Verstärkern verwendet wird. Es misst den Klang im Raum und passt dem dann die Pegel der einzelnen Kanäle an. Die digitale Tonverarbeitung in dem flachen Lautsprecher ersetzt auch gleich die Verstärker. Er wird direkt an den Tonausgang eines DVD-Players angeschlossen, so dass keine qualitätsmindernde Wandlung in analoge Signale notwendig ist. Das Produkt namens PDSP1 kostet umgerechnet rund 24 000 Euro. Pioneer zielt damit weniger auf Home-Cineasten, die auf letzte Perfektion Wert legen, sondern will vor allem Prestige-Käufer ködern.

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