Flächentarifvertrag
Gesamtmetall warnt vor Demontage

Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, hat vor einer Demontage des Flächentarifvertrags durch den Arbeitskampf in der Metallindustrie gewarnt.

HB DÜSSELDORF. "Ich sehe in dieser Tarifrunde zum ersten Mal ganz real die Gefahr, dass die IG Metall den Flächentarifvertrag an die Wand fährt", sagte Kannegiesser dem Handelsblatt. Eine zweistellige Zahl von Unternehmen sei bereits aus den Metallarbeitgeberver-bänden ausgetreten. "Das ist noch keine Stampede, aber die Un-ruhe in den Verbänden wächst von Woche zu Woche", sagte er.

Mit dem Austritt oder dem Wechsel in einen Verband ohne Tarifbindung versuchen Unternehmen, sich einem überhöhten Tarifabschluss zu entziehen. Nach Berechnung von Gesamtmetall kostet ein Prozent Lohnerhöhung die Metallindustrie 1,62 Mrd. Euro. Das Ziel der IG Metall, eine mindestens vierprozentige Lohnerhöhung zu erstreiken, sei tarifpolitisches "Harakiri", sagte Kannegiesser. Es gehe der Gewerkschaft nicht mehr um einen angemessenen Abschluss, sondern nur noch um Macht und Ehre.

Kannegiesser betonte erneut, die Arbeitgeber seien umgehend zur Wiederaufnahme der Gespräche bereit, allerdings ohne die Vorbe-dingung eines höheren Angebots. Er hoffe, dass auch die IG Metall im Laufe dieser Woche wieder an den Verhandlungstisch zurückkehre.

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