Flatrate-Angebot für unter 79 DM
Wettbewerber weisen Flatrate-Angebot der Telekom zurück

Der Streit zwischen dem Bonner Konzern und ihren Wettbewerbern über einen Pauschaltarif für den Internet-Zugang geht in die nächste Runde.

dpa DÜSSELDORF/BONN. Der Streit zwischen der Telekom und ihren Wettbewerbern über einen Pauschaltarif für den Internet-Zugang geht in die nächste Runde: Das Angebot des Bonner Telefonkonzerns, eine so genannte Großhandelsflatrate zur Verfügung zu stellen, stieß bei den Onlinediensten auf Ablehnung. Kein Endnutzer werde von der Flatrate profitieren, sagte ein Sprecher von AOL-Deutschland am Freitag. Außerdem sei bei dem Unternehmen bislang noch kein Angebot eingegangen.



Flatrate unter 79 DM

Einen Tag zuvor hatte die Telekom, wie von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vor einem Monat gefordert, den Internet-Providern überraschend schnell einen Pauschaltarif ab dem 15. Dezember angeboten. Dieser liegt bei 4 800 DM pro Monat für einen Anschluss mit 30 Kanälen. Das Angebot könne an den rund 1 600 Vermittlungsstellen der Telekom in Anspruch genommen werden, hieß es. Es entspreche einem Pauschalpreis pro Endkunde, der deutlich unter der vom Kartellamt geforderten Preisobergrenze (79 DM) liege.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten VATM bezeichnete das Angebot am Freitag als eine "Mogelpackung". Die Telekom nutze einmal mehr ihre Monopolstellung aus, erklärte Geschäftsführer Jürgen Grützner in Köln. Die Wettbewerber könnten die Vermittlungsstellen nämlich nur erreichen, wenn sie teure Zuleitungen der Telekom anmieteten oder in den Netzausbau investierten.



Kein Flatrate-Boom in Aussicht

Nach einem Bericht des Onlinemagazins teltarif.de wird die Entscheidung der Telekom nicht zu einem Flatrate-Boom in Deutschland führen. So würden die Internetanbieter weiterhin das Risiko tragen, dass Flatrate-Kunden quasi Standleitungen ins Internet aufbauen. Mit der neuen Pauschale könnten sie aber die Preise für das Internet by Call für die Endkunden nochmals um 20 bis 25 % senken.

Die Telekom wolle nur Zeit gewinnen, denn für Onlinedienste rechne sich ihr Angebot nicht, erklärte, das Vorstandsmitglied des Internetproviders AddCom AG (München), Julian Riedlbauer. Mit der Einführung eines Pauschaltarifs nach britischem Vorbild habe die Telekom aber einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

In Großbritannien, dem einzigen Land in Europa, das eine Großhandelspauschale für Onlinedienste bietet, hatte nach Angaben des VATM die British Telecom ursprünglich ebenfalls nur die Zuführung bis zur Teilnehmer-Vermittlungsstelle angeboten. Im November ordnete die dortige Regulierer Nachbesserungen an. Die Bonner Regulierungsbehörde wollte das Angebot der Telekom nicht bewerten.

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